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Der Besuch von Marco Impagliazzo in Kiew

14 Kann 2018 - KIEW, UKRAINE

Marco ImpagliazzoUkraine

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In den vergangenen Tagen hat der Präsident der Gemeinschaft Sant’Egidio die Gemeinschaft von Kiew zum 50. Jahrestag von Sant‘Egidio besucht. Hier sein Bericht:

„Ich habe mich gefreut, in diesen Tagen in Kiew den 50. Jahrestag von Sant’Egidio mit den Gemeinschaften der Ukraine zu feiern. Die Freundschaft zu vielen Obdachlosen hat mich beeindruckt, die in der Gemeinschaft eine Familie gefunden haben. Der Winter in diesem Jahr war sehr lang, durch die Hilfe und Freundschaft vieler Jugendlicher und Erwachsener haben viele in der Kälte Schutz erfahren. Das haben mir einige Obdachlose im schönen Zentrum der Gemeinschaft neben dem berühmten Maydan-Platz selbst bestätigt.

Ich habe auch viele alte Menschen und einige Behinderte getroffen, die in einem großen Heim leben, wo die Gemeinschaft seit 12 Jahren hingeht, damit die Türen der Freundschaft und Zuneigung geöffnet werden, die ganz und gar verlassen sind. Einige alte Menschen haben mit bewegenden und tiefen Worten über die Bedeutung der Freundschaft gesprochen. Zum Beispiel Olga: ‚Ich glaube, dass Gott existiert, weil er mir im Alter all diese Kinder geschenkt hat.‘ Ich habe aus dem Mund von Obdachlosen und alten Menschen wunderschöne Gedichte über Liebe und Freundschaft gehört, die sie selbst geschrieben haben.

Wir haben uns auch zu einer großen Versammlung mit der Gemeinschaft von Kiew und Vertretern aus Lemberg, Ivano-Frankivsk, Odessa und anderen Orten getroffen, um gemeinsam über die Zukunft der Gemeinschaft mit einem Blick auf alle nachzudenken. Mich beeindruckt sehr die tägliche Arbeit unserer Gemeinschaft für Frieden und Versöhnung in einer noch sehr vom niederschwelligen Krieg mit Russland geprägten Gesellschaft, bei dem es in den vergangenen Jahren zu so viel Leid gekommen ist und in dem es viele Tote gegeben hat. Wir müssen weiter für den Frieden zwischen Russland und der Ukraine beten und auch in der Ukraine selbst, wo die Gewalt gegenüber den Armen und vor allem den Roma zunimmt.

Herzlichen Dank an alle ukrainischen Schwestern und Brüder für die Hoffnung, die ihr vermittelt, wie die alte Frau Olga gesagt hat: ‚In diesen finsteren Zeiten ist die Gemeinschaft ein Lichtstrahl in der Dunkelheit.‘ Die Schönheit der Kirchen der Stadt hat mir die Glaubensgeschichte und Gebetstradition eines vom christlichen Glaubens geprägten Volkes gezeigt, das heute aufgerufen ist, für den Frieden zu leben. Spassiba bolscioi!"

Marco Impagliazzo

 

Der 50. Jahrestag von Sant'Egidio in Kiew (Ukraine)