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Migranten: Rettung von Menschenleben, Umverteilung in die Länder der Europäischen Union und legale Zugangswege müssen fortgesetzt werden

11 Juni 2018

Humanitäre Korridore

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Im Angesicht der Ereignisse um das Schiff Aquarius, das mit 629 Flüchtlingen an Bord festgesetzt ist, muss sich Italien weiterhin den Prinzipien der Menschlichkeit verpflichtet fühlen, denn sie gehören zu seiner Tradition. Das gilt ausgehend von der Rettung gefährdeten Menschenlebens, wie das in den vergangenen Jahren angesichts einer der schlimmsten Tragödien des neuen Jahrtausends der Fall ist. Denn im Mittelmeer und in der afrikanischen Wüste sterben tausende Menschen, darunter viele Kinder, die auf der Flucht aus dem Süden der Welt nach Europa sind.

Die Gemeinschaft Sant’Egidio ruft dazu auf, die Rettung der Menschen fortzusetzen und fordert zugleich die Länder der Europäischen Union auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Schiffe wie Aquarius können in italienischen oder anderen Häfen des Mittelmeeres anlegen, doch die verschiedenen europäischen Staaten und nicht nur Italien oder Griechenland müssten sich an der Aufnahme beteiligen, indem jedes Land eine Quote von Flüchtlingen aufnimmt.

Die sofortige Umverteilung der Asylbewerber würde – wie die Erfahrungen schon zeigen – den Einsatz unseres Landes erleichtern und auch die Integration fördern, die – und daran muss erinnert werden – zur größten aktuellen Herausforderung Europas angesichts der Immigration gehört. Umfassende und dauerhafte Maßnahmen in den Herkunftsländern der Migranten wären eine Hilfe, um das Phänomen an seiner Wurzel zu beheben. Zugleich müssten legale Zugangswege der Arbeitsmigration geschaffen werden auch im Hinblick auf die besorgniserregende demographische Entwicklung in Europa und Italien.