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AIDS: täglich über eintausend Todesfälle im Südosten Afrikas. Recht auf Behandlung garantieren wie im Norden der Welt

1 Dezember 2018

DreamAIDS

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Diese vergessene Epidemie tötet jährlich 380.000 Menschen im Südosten Afrikas. Allein in dieser Region werden täglich über 2000 Menschen mit diesem Virus infiziert. HIV führt zu AIDS, das im kollektiven Gedächtnis mittlerweile der Vergangenheit angehört, doch die Krankheit ist noch immer gegenwärtiges Leben für fast 20 Millionen Afrikaner, die im Südosten des Kontinents leben, wo 2017 erneut 800.000 neue Infektionen registriert wurden. Wer AIDS als Relikt der Vergangenheit ansieht, schwächt die Wachsamkeit im Kampf gegen HIV und macht die ermutigenden Signale der vergangenen Jahre zunichte. Alle müssen das Recht auf Behandlung bekommen: auch in Afrika, ebenso wie im Norden der Welt. 

Zum Welt-AIDS-Tag möchte die Gemeinschaft Sant’Egidio alle alarmieren, denn seit 2002 ist sie mit dem DREAM-Programm in 11 afrikanischen Ländern aktiv und bietet unentgeltlich für 500.000 Patienten die antiretrovirale Therapie an.  

DREAM wurde in Afrika zur Bekämpfung von AIDS ins Leben gerufen. Durch das Programm wurden 100.000 Kinder von HIV-positiven Müttern gesund geboren. Es gibt 47 klinische Zentren und 25 biomolekulare Labors in Mosambik, Malawi, Tansania, Kenia, der Republik Guinea, Swaziland, Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo, der Zentralafrikanischen Republik, Angola und Nigeria. In den vergangenen Jahren wurden Millionen Menschen durch das DREAM-Programm kostenlos betreut, Tausende Mitarbeiter aus Afrika wurden fortgebildet und Initiativen der Gesundheitserziehung, der Ernährungsunterstützung, der Diagnostik, sowie der Bekämpfung von Malaria, Tuberkulose und chronischen Erkrankungen und auch Prävention und Behandlung von Tumoren und insbesondere von Unterernährung durchgeführt. 

Das DREAM-Programm ist der Beweis, dass AIDS besiegt werden kann und dass wir die Mittel besitzen, um ein Jahre langes globales Problem vollständig zu beseitigen. Doch der Einsatz aller ist notwendig. Nach einem 30jährigen Engagement darf nicht innegehalten werden mit der Gefahr, die bisher erzielten Erfolge zunichte zu machen. 

Es genügen 200 Euro im Jahr, um einen Patienten mit HIV vollständig zu versorgen, und 360 Euro, um eine Mutter und ihr Kind in dessen ersten Lebensjahr zu betreuen. Denn die Minderjährigen sind besonders bedürftig in dieser Notlage: weltweit werden 438 Kinder täglich mit dem Virus infiziert, die meisten von ihnen leben in Afrika, wo AIDS die Haupttodesursache bei Heranwachsenden ist.  

Marco Impagliazzo, der Präsident der Gemeinschaft Sant’Egidio, erklärt: „Schon immer halten wir es für unsere Pflicht, uns für die Rettung von Menschenleben einzusetzen und den Gesundheitszustand aller zu in Afrika zu verbessern in der Überzeugung, dass die Gesundheit in ein universales Recht ist, sodass ärztliche Betreuung nicht ein Privileg von wenigen bleiben darf.“ 

Besonders schwierig ist die Lage in Malawi, wo DREAM mit dem Projekt Malawi I Care tätig ist, dass großenteils durch die italienische Entwicklungshilfe finanziert wird. Dieses seit 2017 für drei Jahre angelegte Projekt möchte das Gesundheitssystem des Landes stärken und die Betreuung ausweiten im Rahmen einer innovativen Technik für Medikamentenresistenzen. Malawi ist etwas kleiner als Griechenland und hat eine ähnliche Bevölkerungszahl wie die Niederlande. Dort leben eine Millionen Menschen mit HIV. Einer von zehn Erwachsenen ist erkrankt, täglich gibt es über einhundert Infizierungen.



AIDS: täglich über eintausend Todesfälle im Südosten Afrikas. Recht auf Behandlung garantieren wie im Norden der Welt
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