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Holocaust-Gedenktag, Sant'Egidio: auf Antisemitismus und Hassreden mit Kultur und Information antworten

27 Januar 2020

HolocaustHistorisches Gedächtnis

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75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ist der Gedenktag - der am 27. Januar begangen wird - nicht nur ein einfaches Gedenken, sondern ein Aufruf an die Institutionen und Bürger, damit sie wachsamer sind gegenüber zunehmenden antisemitischen und rassischen Vorurteilen, die oft von Gewaltakten und Diskriminierung begleitet werden. Es ist besorgniserregend und alarmierend, dass vor allem unter Jugendlichen in verschiedenen europäischen Ländern nationalistische und fremdenfeindliche Bewegungen an Einfluss gewinnen. Auf allen Ebenen muss angefangen von Schulen und Universitäten die wirksamste Antwort auf den Hass, nämlich die Kultur gestärkt werden. Das Geschichtswissen und auch das Kennenlernen der Personen muss vertieft werden: es wird der gehasst, der als "anders" angesehen wird, weil man ihm noch nie begegnet ist. Dies ist nötig, auch um der immer besorgniserregenden Sprache des Hasses entgegenzutreten, auf die man im Internet trifft und die viele ansteckt.

Es muss daran erinnert werden, dass die Reflexion über die Shoah entscheidend war für Frieden und Versöhnung in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Erinnerung an den Abgrund von Auschwitz ist nicht nur eine Angelegenheit der Vergangenheit. Vielmehr ist sie ein unverzichtbarer Mahnruf an unseren Kontinent: Während die Überlebenden und Zeugen dieser unvorstellbaren Tragödie verschwinden, ist es die Pflicht aller, ihr Gedenken zu pflegen und an die künftigen Generationen weiterzugeben. Dies ist ein wesentlicher Einsatz angesichts von Antisemitismus, der - nicht nur mit Worten - bedrohlicher wird, wie das neueste Übergriffe gegen jüdische Gemeinden in Halle in Deutschland und in Monsey in den Vereinigten Staaten gezeigt haben.

Weitere Informationen

Die Antwort auf den Antisemitismus? Mehr Kultur, mehr Information Leitartikel von Andrea Riccardi (IT)

Neue Wege der Freundschaft zwischen Juden und Christen Ausführungen von Ambrogio Spreafico (IT)