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Covid in Mittelamerika: die Pandemie in Honduras und der Einsatz von Sant'Egidio

29 September 2020 - TEGUCIGALPA, HONDURAS

Solidarität

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Inmitten von schmutzigen Behältern, Abfall und Baracken oder auf den Plätzen der Stadt Tegucigalpa verteilt die Gemeinschaft Sant'Egidio Lebensmittel an viele, die in dieser Gesundheitskrise auf der Straße gelandet sind. Neben Essen werden immer auch Desinfektionsmittel und Masken verteilt, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Seit März, als die Wirtschaftskrise und die sozialen Probleme durch das Virus zugenommen haben, werden diese Ausgaben dreimal in der Woche in abgelegenen Vierteln der Hauptstadt des Landes durchgeführt. Nach Schätzungen wurden Zigtausend Personen in den Vierteln Kennedy, Alameda und Miraflores, auf dem Mercato Jacaleapa, in Viali Juan Pablo II und Morazán, im Stadtzentrum, im Park El Obelisco und in der Settima Avenue, im Park La Libertad und in Comayagüela erreicht.

Honduras in Zeiten von Covid

Honduras leidet immer noch sehr unter der Ausbreitung der Covid-19-Infektionen. Nach Panama ist es das Land in Mittelamerika mit der höchsten Zahl von Ansteckungen (73.840) und Todesfällen (2.271). Auch Präsident Juan Orlando Hernández wurde positiv getestet. Mitte September hat Hondurasnach fast dreimonatigem Lockdown die Wirtschaftsaktivitäten wiederaufgenommen. Doch die Zahlen der vergangenen Tage lassen befürchten, dass durch die Öffnung die Zahl der Ansteckungen weiter gestiegen ist.
Die allgemeine Lage im Land ist sehr kritisch. Es herrscht ein großes Misstrauen gegenüber der Regierung. Die große Mehrheit der Bevökerung ist davon überzeugt, dass sie die Probleme im Gesundheitswesen nicht lösen kann und keine angemesse Hilfe für vulnerable Personen anbietet.
Der Direktor des Zentrums Investigacion y Promocion de los Derechos Humanos (Ciprodeh) – eine autonomome Vereinigung, die hohe Glaubwürdigkeit genießt - hat erklärt, dass “die Zahl der Ansteckungen unterschätzt wird. Die bestätigten Fälle sind scheinbar wenige, doch in unserem Land werden die wenigsten Tests in Mittelamerika durchgeführt. Wahrscheinlich ist die wirkliche Fallzahl viel höher".
In der langen Zeit des Lockdown haben die strengen Ausgangsbeschränkungen für die Bevölkerung die sozialen Probleme im Land sehr deutich gemacht.

70% der Bevölkerung von Honduras lebt im informellen Wirtschaftssektor. Die Folgen des Verbots, das Haus zu verlassen, sind daher katastrophal. Sehr viele Familien haben nichts mehr zu essen im Haus und auch kein Geld zum Einkaufen, da sie nicht arbeiten können.
Durch die Lebensmittelknappheit in den vergangenen Monaten kommt es vor allem in den größeren Städten und in der Hauptstadt Tegucigalpa sehr oft zu Überfällen auf LKWs, die Lebensmittel zu den Supermärkten transportieren.
Auf den Straßen von Tegucigalpa trifft man jetzt Tausende Frauen und Kinder, die betteln, um sich etwas zum Essen kaufen zu können. Sehr viele Arbeitslose bekommen keine Unterstützung von den Institutionen.
Neben der schlechten Versorgungslage tritt die Sorge, dass es an Mitarbeitern im Gesundheitswesen fehlt, um die Ausbreitung der Ansteckung zu kontrollieren. Nach Angaben der Ärztekammer von Honduras haben sich 40% der Mitarbeiter im Gesundheitswesen von Mai bis Juli mit Covid-19 infiziert. Die Ärzte beklagen fehlende Schutzmaßnahmen und Mittel in den Krankenhäusern und eine nicht angemessene Verwendung der Gesichtsmasken in der Bevökerung.

In dieser Notlage muss die Bevölkerung unterstützt werden, vor allem brauchen die Ärmsten und Ausgegrenzten Hilfe, damit sie die kommenden Monate überstehen, die sicher sehr schwierig sein werden.

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