news

Pressemitteilung: Welttag der Roma, Vorurteile überwinden und Förderung von Bildung und Integration

8 April 2021

Roma und Sinti

Teilen Auf

Welttag der Roma, Sant'Egidio: “Vorurteile überwinden - Förderung von Bildung und Integration

 

Zum “Romanò Dives”, dem internationalen Tag der Roma, der am 8. April im Gedenken an den ersten Weltkongress der Roma im Jahr 1971 in der Nähe von London begangen wird, richtet die Gemeinschaft Sant'Egidio Glückwünsche an alle Roma und Sinti (Angehörige des Romanì-Volkes, die sich mit diesem Namen identifizieren). Sie betont die Bedeutung einiger Vorstellungen, sie äußert Sorgen und weist auf Perspektiven für die Anwesenheit dieses Volkes in Europa hin. Vor allem müssen alte und neue Vorurteile abgelehnt werden, die zu Feindseligkeiten und Diskriminierung führen, es werden mutige Initiativen benötigt, die eine vollständige Inklusion der Roma in unsere Gesellschaften fördern, wobei die Kultur und ein gemeinsames Geschichtsbewusstsein gestärkt werden. Man bedenke, dass in Europa der Porrajmos, die Vernichtung der Roma und Sinti im Zweiten Weltkrieg, kaum bekannt ist. Ein umfassendes Programm für schulische Bildung wird benötigt, dies ist eine unbedingte Priorität für ein Volk, das überwiegend aus Kindern und Jugendlichen besteht (ca. 50% der 140.000 Angehörigen in Italien ist beispielsweise jünger als 18 Jahre). Nur ein ernsthaftes Bildungsprogramm und qualifizierte Ausbildund wird eine vollkommene Integration in unsere Gesellschaften ermöglichen. Schließlich wird eine Wohnungspolitik benötigt, die an die Stelle von oft widersprüchlichen Notfallmaßnahmen tritt, die keine Integration möglich machen und häufig eine reine Verschwendung öffentlicher Gelder darstellt. Die Integration der Roma ist möglich, das wird an vielen Beispielen deutlich und ebenso durch die Jahre lange freundschaftliche Verbundenheit und Begleitung von Sant'Egidio im Einsatz an ihrer Seite. Wenn für die Roma dieselben Kriterien gelten wie für andere Gruppen der Bevölkerung, dann gelingt die Integration.

Rom, 8. April 2021