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16/02/2008

Gewalt im Tschad: Die Gemeinschaft Sant'Egidio zeigt sich solidarisch

Am 1. Februar 2008, wenige Tage vor der Ankunft der europäischen Truppen an der Grenze zwischen Tschad und Darfur (Sudan), haben die Milizen der Rebellen des Tschad die Hauptstadt N'Djamena angegriffen. Nach einwöchigen Kämpfen gelang es der Regierung, erfolgreich Widerstand zu leisten. Die Auseinandersetzungen forderten jedoch vor allem in der Zivilbevölkerung Hunderte von Toten und Tausende von Verletzten.

In einer Auswanderungswelle flohen innerhalb weniger Tage Tausende von Einwohnern des Tschad in das angrenzende Kamerun. Die Flucht geschah zu Fuß und, da die Häuser schnell verlassen werden mussten, ohne ein Minimum an überlebenswichtigen Gütern, unter dem Kugelhagel der Artillerie und den kreisenden Hubschraubern, die auf die Bevölkerung schossen.

Auch einige junge Erwachsene der Gemeinschaft Sant'Egidio aus N'Djamena mussten mit ihren Familien fliehen und wurden dabei von zahlreichen Kindern der "Schule des Friedens" begleitet, die sie seit Jahren betreuen. Es handelt sich um Kinder, die in den Stadtrandgebieten der Großstadt leben und in Gefahr waren, in dieser dramatischen Situation hilflos und allein zurück zu bleiben, da ihre Familien sich nicht um sie kümmern können. Die Gruppe floh gemeinsam mit 50 - 100 weiteren Flüchtlingen und fand Zuflucht in der Stadt Kousséri in Kamerun. Dort schufen sie gemeinsam mit den zu Hilfe gekommenen Freunden der Gemeinschaft Sant'Egidio aus Kamerun ein spontan errichtetes Flüchtlingslager mit allem, was dazu gehört.

Inzwischen befinden sich dort 250 Flüchtlinge, denen es an allem fehlt und die auf ihre Rückkehr in den Tschad warten. Sofort wurde eine Kette der Solidarität zwischen Kamerun und Italien in Gang gesetzt, die den Kauf von Reis, Zucker, Öl, Trinkwasser, Decken zum Schutz vor der nächtlichen Kälte, Malarianetzen und Schlafmatten ermöglichte, eine erste Hilfe vor der Ankunft weiterer internationaler Unterstützung. Der Wunsch der Flüchtlinge nach einer Rückkehr in ihr Land ist groß, die Situation erlaubt dies jedoch noch nicht.

In jedem Fall wird die Rückkehr verbunden sein mit vielen offenen Fragen und zu erwartenden Schwierigkeiten: In N'Djamena sind die Wunden gewaltsamer Kämpfe sichtbar, viele Stadtviertel wurden zerstört und müssen wieder aufgebaut werden, die Häuser und Läden sind geplündert. Aus diesen Gründen werden Spenden für eine zweite Hilfslieferung gesammelt. Das erste Ziel gilt der Sicherung des Überlebens der Flüchtlinge in Kamerun, solange eine Rückkehr in den Tschad nicht möglich ist. Als zweiter Schritt sollen jedoch die Grundlagen für eine sichere Rückkehr geschaffen und die zurück gekehrten Familien unterstützt werden.
Spenden

Gemeinschaft Sant'Egidio - Humanitäre Hilfe - Pakistan Durch Spenden können sie die Arbeit der Gemeinschaft in Pakistan unterstützen. Stichwort “Tschad”

Konto 3029999
Gemeinschaft Sant'Egidio
Liga Bank Würzburg
BLZ 75090300
Stichwort “Tschad”