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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Shabbaz Bhatti, den christlichen Minister für Minderheiten in Pakistan, der wegen seines Einsatzes für Frieden und Dialog von Terroristen getötet wurde.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Daniel 9,4-10

Ich betete zum Herrn, meinem Gott, legte ein Bekenntnis ab und sagte: Herr, du großer und furchterregender Gott, du bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten, deinen Bund und deine Gnade.

Wir haben gesündigt und Unrecht getan, wir sind treulos gewesen und haben uns gegen dich empört; von deinen Geboten und Gesetzen sind wir abgewichen.

Wir haben nicht auf deine Diener, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen und Vorstehern, zu unseren Vätern und zu allen Bürgern des Landes geredet haben.

Du, Herr, bist im Recht; uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht, den Leuten von Juda, den Einwohnern Jerusalems und allen Israeliten, seien sie nah oder fern in all den Ländern, wohin du sie verstoßen hast; denn sie haben dir die Treue gebrochen.

Ja, Herr, uns steht die Schamröte im Gesicht, unseren Königen, Oberen und Vätern; denn wir haben uns gegen dich versündigt.

Aber der Herr, unser Gott, schenkt Erbarmen und Vergebung. Ja, wir haben uns gegen ihn empört.

Wir haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört und seine Befehle nicht befolgt, die er uns durch seine Diener, die Propheten, gegeben hat.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Auf dem Weg dieser Fastenzeit legt uns die Liturgie der Kirche das Gebet des Propheten Daniel in den Mund, das er für das ganze Volk an den Herrn richtet. Die Worte des Propheten beginnen mit einem ehrlichen Eingeständnis der Untreue des ganzen Volkes Gott gegenüber, wohingegen Gott den am Sinai geschlossenen Bund eingehalten hat. Für diesen Verrat gibt es keine Entschuldigungen. Das Volk und seine Vorsteher wurden ja von Generation zu Generation durch die Propheten ermahnt, die Gott ausgesandt hatte, um sie vor genau dieser Untreue zu warnen. Daher kann der Prophet bekennen: „Du, Herr, bist im Recht; uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht.“ Der Prophet bekennt im Gebet, dass allen Juden jetzt die Schamröte im Gesicht steht, sowohl denen in der Heimat als auch denen im Land der Verbannung. Unterschiedslos und unabhängig von ihrem Stand ist allen die schwere Sünde bewusst, die als Ursache aller über Israel hereingebrochenen Tragödien angesehen wird. Der Prophet weiß genau, dass der Bundesbruch eine Strafe durch Gott erforderlich machen würde. Doch dann geht der Prophet ein Wagnis im Gebet zum Herrn ein: Er möchte dessen Herz erweichen, damit er Erbarmen mit seinem Volk zeigt. Das Eingeständnis der Schuld öffnet zwar den Weg zur Vergebungsbitte, die der Prophet für die Stadt und das Volk ausspricht. Vor allem aber schenkt das Vertrauen auf das Erbarmen Gottes Hoffnung auf Vergebung. Der Herr wird das Gebet Daniels erhören und ihm eine entsprechende Frist nennen, „bis der Frevel beendet ist, bis die Sünde versiegelt“ ist (vgl. 9,24). Es sind die siebzig Wochen, nach denen die Vergebung des Jubeljahres in Kraft tritt. Daniels Gebet ist wirksam, weil er auf das Erbarmen Gottes vertraut. So hat es Jesus mehrere Male zu den Jüngern gesagt und auch zu uns.


02/03/2015
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