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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jeremia 17,5-10

[So spricht der Herr:] Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt, und dessen Herz sich abwendet vom Herrn.

Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt.

Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verläßt und dessen Hoffnung der Herr ist.

Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.

Arglistig ohnegleichen ist das Herz und unverbesserlich. Wer kann es ergründen?

Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem zu vergelten, wie es sein Verhalten verdient, entsprechend der Frucht seiner Taten.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

In diesem Abschnitt greift Jeremia mehrere Motive auf, die sich in verschiedenen Büchern des Alten Testaments finden, indem er von den „beiden Wegen“ spricht, dem Weg dessen, der auf sich und eigene Kräfte vertraut und zum sicheren Scheitern bestimmt ist, und dem anderen Weg dessen, der sich auf den Herrn verlässt und wie ein Baum hoch aufragt und seine Wurzeln am Bach ausstreckt. Der Prophet hatte schon gegen Israel Anklage erhoben, weil es seinen Herrn verlassen und bei Ägypten und Assur Hilfe gesucht hatte in der Überzeugung, dort Beistand und Schutz zu finden. Die Fülle der Wasserströme des Nils (Ägypten) und des Euphrats (Assur) hatte Israel bewegt, bei diesen beiden Großmächten Beistand zu suchen. Doch das erweist sich als bittere Enttäuschung: „Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut ... Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe ... er bleibt auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt.“ Mit diesem Bild warnt der Prophet vor einem leichtfertigen Vertrauen auf menschliche Macht. Allein der Herr kann dieses kleine Volk beschützen und bewirken, dass es sich frei von der Gefräßigkeit der Mächtigen entwickelt. Daher verkündet der Prophet: „Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist.“ Weiter fährt Jeremia fort, dass er darin wahren Überfluss findet: „Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte“. Mit dem Bild vom Wasser als Symbol der Lebensfülle in den Wüstengegenden des Nahen Ostens möchte der Prophet seinen Zuhörern verständlich machen, dass sie unbedingt an der Treue zum Herrn und seinem Bund festhalten müssen. Jeremia schließt mit dem Bild des Herzens. Es ist der Ort der tiefen Zuneigung und der Entscheidung, sich auf ewig an Gott zu binden.


05/03/2015
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