Riccardi Andrea: auf dem web

Riccardi Andrea: auf sozialen netzwerken

Riccardi Andrea: pressespiegel

change language
sie sind in: home - news kontaktnewsletterlink

Unterstützung der Gemeinschaft

  
18 September 2016

Zygmunt Bauman beim Treffen von Sant'Egidio: "Dialog im Mittelpunkt der Erziehung: eine kulturelle Revolution

 
druckversion

Zygmunt Bauman die Geschichte der Menschheit als einen Prozess, bei dem das Wort "wir" sich verbreitet habe. Eine Geschichte, die "ein Licht am Ende des Tunnels zeigt, auch wenn der Tunnel noch lang scheint und voller Fallen und Gefahren". Bauman erinnerte daran, dass für Paläontologen und Anthropologen das erste "wir" nicht mehr als 150 Personen umfassen konnte. "Das waren Jäger und Sammler. Sie hatten keine Autobusse und Supermärkte… Es war eine begrenzte Zahl von Menschen, die ernährt werden konnten und die sich gemeinsam bewegen konnten. Die übrigen waren etwas anderes als das "wir". Mit der Zeit ist diese Zahl gewachsen, und man bewegte sich hin zu Stämmen, Gemeinschaften, und dann hin zu den Imperien und den Nationalstaaten", erinnerte Bauman.

Nach dem Soziologen wurde jetzt ein nie dagewesener Punkt erreicht: "Alle Etappen und Sprünge, die gemacht wurden, hatten etwas gemeinsam: Es waren Etappen, die von Inklusion und Exklusion gekennzeichnet waren. Es gab ein "Wir", das sich ausdehnte, doch gleichzeitig auch eine Identifikation des Anderen, der vom "Wir" ausgeschlossen war. Und dies führte zu großem Blutvergießen."

Nunmehr sei es nach Bauman unbedingt erforderlich, dass das "wir" sich als nächste Etappe der Menschheit verbreitet. Dieser nächste Sprung würde in der Abschaffung des Pronomens "sie" bestehen. Bauman erinnerte daran, dass unsere Vorväter einen Feind hatten, der mit einem "sie" identifiziert wurden. "Doch heute, in der globalen Gesellschaft, wo finden wir da einen Feind?" "Niemand hat es von uns verlangt", erklärte Bauman, "doch wir befinden uns in der kosmopolitischen Dimension, in der alles Auswirkungen auf den Planeten hat, auf die Zukunft und die Enkel unserer Enkel. Wir sind alle voneinander abhängig." Doch nach Meinung Baumans ist die Kehrseite der Medaille, dass wir "nicht einmal begonnen haben, ein kosmopolitisches Bewusstsein zu entwickeln. Wir gehen mit diesem Moment mit den Instrumenten unserer Vorfahren um… Das ist eine Falle, eine Herausforderung, der es sich zu stellen gilt".

Der bedeutende Intellektuelle sagte, dass für den Weg, auf dem sich die Völker integrieren, drei Ratschläge von Papst Franziskus nützlich seien.  

Zuerst die Notwendigkeit des Dialogs. Baumann sprach von der Dringlichkeit, "eine Kultur des Dialogs zu fördern, um das Gefüge der Gesellschaft wiederherzustellen. Es gehe darum, den Fremden, den Migranten zu respektieren, Menschen bei denen es wert sei, ihnen zuzuhören. Den Krieg besiegen wir nur, wenn wir unseren Kindern eine Kultur geben, die in der Lage ist, Strategien für das Leben und für die Inklusion zu schaffen."

Zum zweiten spricht Papst Franziskus von der "gleichen Verteilung der Früchte der Erde und der Arbeit, die nicht reine Wohltätigkeit darstellen, sondern eine moralische Verpflichtung." "Wir müssen reale und gut bezahlte Arbeitsplätze für die jungen Menschen schaffen", so Bauman, "und von der "flüssigen" Wirtschaft zu einer Position gelangen, die Zugang zur Arbeitswelt eröffnet".  

An dritter Stelle, so erinnerte der Soziologe,  "sagt Papst Franziskus, dass dieser Dialog im Mittelpunkt der Erziehung in unseren Schulen stehen muss, um Instrumente zu erhalten, die Konflikte auf andere Art lösen als wir es gewohnt sind." "Der Erwerb der Kultur des Dialogs und die Art und Weise des Vorgehens sind kein einfacher Weg, keine Abkürzung. Die Erziehung ist ein Prozess, der sehr lange Zeit in Anspruch nimmt. Er erfordert Geduld, Konsequenz, langfristige Planung. Es geht um eine kulturelle Revolution angesichts einer Welt, in der man alt wird und stirbt, noch bevor man kulturell wächst."


 LESEN SIE AUCH
• NACHRICHTEN
20 Oktober 2016

Ein Monat nach Assisi 2016 mit vielen Treffen, die weltweit auf den "Durst nach Frieden" antworten

IT | EN | ES | DE | FR | PT | RU
29 Oktober 2016

In Assisi haben wir alle gemeinsam über Frieden gesprochen und für den Frieden gebetet. Gemeinsam haben wir starke Worte für den Frieden gesagt

IT | DE | FR | PT
27 Oktober 2016

Die interreligiösen Treffen "Durst nach Frieden" in Benin und Burkina Faso zum 30. Jahrestag des Geistes von Assisi

IT | ES | DE | HU
25 Oktober 2016
MANAGUA, NICARAGUA

Durst nach Frieden in Lateinamerika - das Treffen der Religionen im Geist von Assisi

IT | ES | DE | FR
26 September 2016

Bilder aus der ganzen Welt: der Geist von Assisi kennt keine Grenzen

IT | ES | DE | FR | PT | RU
23 September 2016

Von Assisi in die ganze Welt - Friedenstreffen mit Sant'Egidio in Afrika, Asien und Amerika

IT | ES | DE | PT
all news
• DRUCKEN
21 September 2016
La Vanguardia

El papa Francisco pide que ante la guerra no haya "división entre las religiones"

21 September 2016
El Pais (Spagna)

El papa Francisco pide que ante la guerra no haya "división entre las religiones"

29 Oktober 2016
La Civiltà Cattolica

Intervista a Papa Francesco in occasione del viaggio apostolico in Svezia

30 September 2016
Vida Nueva

Marco Impagliazzo: “Los líderes musulmanes deben denunciar con más valentía el terrorismo”

22 September 2016
Agencia Latinoamericana y Caribeña de Comunicación

Sed de paz en La Habana

30 September 2016
Il Ticino

Alle sorgenti della pace in un mondo assetato

alle pressemitteilungen
• GESCHEHEN
30 Oktober 2016 | MADRID, SPANIEN

La Paz es el nombre de Dios: el Espíritu de Asís sopla también en Madrid

Alle sitzungen des gebets für den frieden
• DOKUMENTE
Comunità di Sant'Egidio

Programme of Assisi 2016 - Thirst for peace - ENGLISH

alle dokumente