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Filomena


 
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DIE GESCHICHTE VON FILOMENA

Filomena haben wir 1973 kennen gelernt. Sie lebte im alten Stadtviertel Trastevere mitten im Herzen Roms, ganz in der Nähe der Kirche Sant`Egidio, in der die Gemeinschaft anfing, sich zu versammeln und zu beten. Sie war immer darauf aus, auf originelle Weise mit den Leuten Freundschaft zu schließen. Filomena war bekannt: Sie war die Frau, die ihr langes Haar mit einem Kopftuch zusammenhielt, und man mochte ihre offene Art. Sie war alleine und verbrachte ihre Tage damit, nach jemandem zu suchen, der ihr Gesellschaft leisten oder mit dem sie reden konnte. Die Kellerwohnung, in der sie lebte, war für einen so lebhaften und kontaktfreudigen Menschen wie sie zu eng und zu leer. Also verließ sie früh am Morgen das Haus und durchquerte die Gassen von Trastevere, wo alle sie kannten.

Filomena - Roma - 1974Als das Kloster, das seit Jahren geschlossen war, wieder eröffnet wurde und sich mit den jungen Menschen der Gemeinschaft bevölkerte, ließ sich Filomena sofort voller Neugierde sehen. Hier fand sie warme und freundschaftliche Aufnahme, und so machte sie es sich zur Gewohnheit, jeden Tag vorbeizukommen und „guten Tag" zu sagen. Sie war einer der ersten alten Menschen, den wir kennen gelernt haben.

Filomena war etwas zerstreut, und oft passierte es, dass sie ihre Sachen nicht mehr fand, vor allem das Pensionskassenbuch, das sie immer so gründlich versteckte, da von ihm ihre Existenz und ihre Unabhängigkeit abhingen. Oft kam sie ganz aufgeregt nach Sant'Egidio und bat darum, dass man ihr helfe, das Pensionskassenbuch wieder zu finden. Außer uns waren es die Geschäftsleute und Nachbarn, die ein wichtiges Sicherheitsnetz für diese alte, sympathische und etwas zerstreute Dame darstellten, so dass sie trotz der wachsenden Schwierigkeiten, die mit dem Alter verbunden waren, weiter ein normales Leben führen konnte. 

Die Vitalität von Filomena war wirklich überwältigend. Sie erzählte viele Anekdoten aus dem Stadtviertel und von den alten Bewohnern. Sie hatte ein unerschöpfliches Repertoire an Liedern und typisch römischen Schlagern, die sie mit ihrer immer noch kräftigen Stimme sang. Es war schön, sich mit ihr zu unterhalten. Filomena schaffte es immer, ihrem Gesprächspartner ein wenig Zeit zu entlocken.

Eines Tages blieb Filomena aus und klingelte nicht mehr bei der Gemeinschaft. Auch zu Hause war sie nicht zu finden. Sie war in ein Altenpflegeheim eingeliefert worden. Ihre Enkel, die nicht in Rom lebten, hielten das für die beste Lösung, da sie ja „im Kopf nicht mehr ganz richtig" war. Als wir sie aufsuchten, hatten wir nicht mehr den gleichen Menschen vor uns. Sie sprach nicht, erkannte uns nicht, sie weinte und jammerte. Man hatte ihr die Haare abgeschnitten, ihre dichten Haare, auf die sie so stolz war. Sie schämte sich und verbarg ihr Gesicht, um ihre Würde nicht völlig zu verlieren. Sie starb nach wenigen Tagen, ohne dass es uns gelungen war, ihre Entlassung zu erwirken, damit sie in ihr vertrautes Leben zurückkehren konnte.

Damals haben wir verstanden, wie schlimm es sich auswirken kann, wenn ein alter Mensch aus der eigenen Umgebung herausgerissen und in einem Heim untergebracht wird, besonders wenn er nicht selbst frei entscheiden kann.

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