Riccardi Andrea: sul web

Riccardi Andrea: sui social network

Riccardi Andrea: la rassegna stampa

change language
sei in: home - rassegna stampa contattinewsletterlink

Sostieni la Comunità

  
30 Novembre 2016

Würzburg

Dem Vergessen könnte das Morden folgen

 
versione stampabile

Henny Ullmann aus der Reibeltgasse im Reurerviertel arbeitete in der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt. 1938 verboten die Nazis die „ILBA“, und Ullmann, 34 Jahre alt, tat das Klügste, was eine Jüdin in diesen Zeiten tun konnte: Sie flüchtete, nach Palästina.

Dort plagte sie die Angst um die Lieben in der Heimat, und Ullmann kehrte zurück nach Würzburg.

Als die Nazis und ihre Mitläufer vor 75 Jahren, am 27. November 1941, 202 jüdische Würzburger – Frauen, Kinder und Männer – durch die Stadt zum Bahnhof in der Aumühle trieben, war Ullmann dabei. Vorgesehen war sie für diese erste Deportation jüdischer Mainfranken nicht. Sie hatte sich freiwillig gemeldet, um sich um ihre Leute kümmern zu können.

Seit 15 Jahren gehen Würzburger Ende November, aufgerufen von der Gemeinschaft Sant?Egidio und der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg, im Dunkeln ein Stück des Weges, den die Juden damals gingen.

Rund 300 waren es diesmal, unter ihnen der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, Rabbi Jakov Ebert, Bürgermeister Adolf Bauer, Bischof Friedhelm Hofmann und Weihbischof Ulrich Boom und die evangelische Dekanin Edda Weise – und auch einige Flüchtlinge und Muslime. Ihr Weg führte vom Domvorplatz durch Schönbornstraße und Juliuspromenade bis zum Mainfranken Theater.

Der Zug stand unter dem Eindruck der politischen Entwicklungen im vergangenen Jahr. Hass und Hetze im Internet, extremistischer Terror auch in Würzburg, die Feindseligkeit gegen Geflüchtete und ihre Helfer waren Themen der Redner. In allen Reden schwang die Sorge mit, dass die Gräuel wiederholt werden könnten, wenn man sie vergisst.

Hofmann erinnerte an „neue Ausbrüche von Populismus und Antisemitismus“. Ähnlich wie später Schuster bezeichnete er das Erinnern an die Taten der Nazis für einen „wichtigen Auftrag, denn das gesellschaftliche Klima ist nicht einfach“.

Weise hält die Demokratie im Land für stabil, meinte aber, dass ständig für sie geworben werden müsse. Menschen- und Minderheitenrechte müssten geachtet. Das Erinnern sei nötig, weil es eine „lebensfreundliche Gesellschaft“ erst möglich mache.

Schuster berichtete auf der Schlusskundgebung vor dem Theater vom „Weg voller Demütigungen, Gewalt und schrecklicher Angst“, den die jüdischen Würzburg vor 75 Jahren gingen. Die meisten hätten gewusst oder geahnt, was sie erwartet.

„Wie konnte es sein“, fragte er, „dass Menschen andere Menschen aus dem öffentlichen Leben ausschließen, mit einem gelben Stern kennzeichnen, in Züge verfrachten, zu Nummern machen und schließlich ermorden – nur weil sie Juden sind?“ Schuster sieht politische und religiöse Extremisten weltweit wieder an Einfluss gewinnen. „Mörderische Ideologen“ wie des sogenannten Islamischen Staates fänden leider auch unter jungen Europäern Gehör. Hass und Hetze gegen Minderheiten und Andersdenkende nähmen zu, „egal, ob es gegen Juden, Sinti und Roma, gegen Homosexuelle oder gegen Flüchtlinge“ gehe.

Autoritäre Führer bauten ihre Macht aus, rechtspopulistische Parteien gingen überall in Europa auf Stimmenfang und böten „scheinbar einfache Lösungen für schwierige Probleme“ an.

„Wir“, so sagte er, hätten es immer für selbstverständlich gehalten, in einer Demokratie zu leben. Aber wenn wir nicht die Menschenrechte achteten und die Minderheiten schützten, sei dieser Zustand nicht garantiert. Wenn Stimmung gemacht werde gegen Muslime „oder sogenannte Eliten“, dann seien „früher oder später auch andere Minderheiten, wie Juden, gemeint“.

Zwei von 202 überlebten die Deportation vom 27. November 1941. 2063 jüdische Mainfranken hatten die Nazis in sechs Zügen von Würzburg aus in die Vernichtungslager geschickt.

Henny Ullmann hielt lange durch. Aber 1945, kurz vor Kriegsende, starb auch sie im KZ Stutthof bei Danzig.


 LEGGI ANCHE
• NEWS
24 Maggio 2017

Sant'Egidio e il Governo Tedesco siglano un accordo per una maggiore collaborazione su pace e lotta alla povertà

IT | DE | FR
20 Maggio 2017
BERLINO, GERMANIA

Il Premio German Global Health Award al programma DREAM

IT | ES | DE | FR | PT | CA
15 Maggio 2017
PÉCS, UNGHERIA

In Ungheria una marcia per non dimenticare la deportazione degli ebrei di Pécs

IT | ES | DE | HU
26 Aprile 2017
BERLINO, GERMANIA

Firmato oggi a Berlino un accordo di cooperazione tra la Comunità di Sant'Egidio e il Governo tedesco

IT | ES | DE | FR | PT | RU
25 Aprile 2017
BERLINO, GERMANIA

Giovani, Africa e dialogo interreligioso al centro del lungo colloquio a Berlino tra Andrea Riccardi e Angela Merkel

IT | EN | ES | DE | FR | PT
24 Aprile 2017
BERLINO, GERMANIA

Il 25 aprile a Berlino incontro tra Andrea Riccardi e Angela Merkel per parlare di Europa, pace e migranti

IT | ES | DE | FR | PT | NL
tutte le news
• STAMPA
21 Maggio 2017
Deutsche Welle

Bundesregierung will Religionen stärker in die Pflicht nehmen

19 Maggio 2017
Tagespost

G-20: Sant'Egidio erhält Preis für Kampf gegen Aids

26 Aprile 2017
Corriere della Sera

Andrea Riccardi e la cancelliera: ''Curiosa, ammira il Papa e dice: voi cosa vi aspettate da me?''

26 Aprile 2017
Domradio.de

Merkel empfängt Friedensbewegung Sant'Egidio

26 Aprile 2017
katholisch.de

Merkel empfängt Gründer von Sant'Egidio

26 Aprile 2017
Radio Vatikan

Merkel trifft Riccardi

tutta la rassegna stampa
• DOCUMENTI

Per un mondo senza razzismo – per un mondo senza violenza

Comunità di Sant'Egidio

APPELLO FINALE - Pellegrinaggio ad Auschwitz-Birkenau

Zuccari Alessandro

NON C'È FUTURO SENZA MEMORIA - Intervento di apertura di Alessandro Zuccari, Comunità di Sant'Egidio

Toaff Elio

NON C'È FUTURO SENZA MEMORIA - Intervento di Elio Toaff, Rabbino capo di Roma

Riccardi Andrea

Andrea Riccardi, Comunità di Sant'Egidio NON C'È FUTURO SENZA MEMORIA

Leone Paserman

NON C'È FUTURO SENZA MEMORIA - Intervento di Leone Pasermann, Presidente della Comunità ebraica di Roma

tutti i documenti

FOTO

278 visite

300 visite

278 visite

302 visite

315 visite
tutta i media correlati