GEBET

Gebet

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Das Gebet ist das Herz im Leben der Gemeinschaft Sant’Egidio und ihr erstes „Werk“. Jeweils am Ende des Tages versammelt sich jede Gemeinschaft, ob klein oder groß, beim Herrn und hört auf sein Wort, um sich dann im Fürbittgebet an ihn zu wenden. Ein Jünger darf das Sitzen zu den Füßen Jesu nicht vernachlässigen. Wie Maria von Bethanien muss er den „guten Teil“ (Lk 10,42) wählen und von ihm lernen, wie er gesinnt zu sein (vgl. Phil 2,5).

Wenn die Gemeinschaft zum Herrn zurückkehrt, stellt sie dieselbe Frage wie der unbekannte Jünger: „Herr, lehre uns beten“ (Lk 11,1). Als Lehrer des Gebetes gibt Jesus auch uns die Antwort: „Wenn ihr betet, so sprecht: Vater unser“.

Auch im Verborgenen des eigenen Herzens ist man beim Gebet niemals isoliert oder verwaist; immer ist man ein Glied der Familie des Herrn. Im gemeinsamen Gebet wird nicht nur das Geheimnis der Kindschaft deutlich sichtbar, sondern auch der Geschwisterlichkeit.

Die weltweit verbreitete Gemeinschaft Sant’Egidio versammelt sich an verschiedenen Gebetsorten und bringt die Hoffnungen und Leiden der „müden und erschöpften Menschenschar“ zum Herrn, über die das Evangelium spricht (vgl. Mt 9,37). Die Menschenschar von damals umfasst auch die Bewohner der heutigen Städte, die an den Rand des Lebens gedrängten Armen, alle, die darauf warten, „angeworben“ zu werden (vgl. Mt 20).

Das gemeinsame Gebet nimmt die Schreie, Sehnsüchte, Friedenshoffnungen, die Suche nach Heilung, Sinn und Rettung der Männer und Frauen dieser Welt auf. Das Gebet ist niemals leer. Unermüdlich erhebt es sich zum Herrn, damit Weinen in Freude, Verzweiflung in Frohsinn, Angst in Hoffnung und Einsamkeit in Gemeinschaft verwandelt werde. Möge das Reich Gottes bald zu den Menschen kommen.