Vorabend des Sonntags

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Gedenktag des heiligen Bischofs und Märtyrers Polykarp, eines Jüngers und Apostels des Johannes († 155).


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Hebräer 11,1-7

Glaube aber ist: Grundlage dessen, was man erhofft, ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht. Aufgrund dieses Glaubens haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten. Aufgrund des Glaubens erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort erschaffen wurde und so aus Unsichtbarem das Sichtbare entstanden ist. Aufgrund des Glaubens brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain; durch diesen Glauben erhielt er das Zeugnis, dass er gerecht war, was Gott durch die Annahme seiner Opfergaben bezeugte; und durch den Glauben redet Abel noch, obwohl er tot ist. Aufgrund des Glaubens wurde Henoch entrückt, sodass er den Tod nicht schaute; er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; vor der Entrückung erhielt er das Zeugnis, dass er Gefallen gefunden habe bei Gott. Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer hinzutreten will zu Gott, muss glauben, dass er ist und dass er die, die ihn suchen, belohnen wird. Aufgrund des Glaubens baute Noach, dem offenbart wurde, was noch nicht sichtbar war, in frommem Gehorsam eine Arche zur Rettung seines Hauses; durch Glauben sprach er der Welt das Urteil und wurde Erbe der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief führt den Leser in die lange Geschichte des Glaubens ein, die in alter Zeit begonnen hat, damit er spürt, dass er ein Teil davon ist. Die lange Aufzählung hilft dem Leser, den Reichtum dieser Geschichte zu verstehen und sich nicht von ihr zu entfernen. Der Verfasser beschreibt den Glauben nicht als abstrakte Übung, sondern als "Grundlage dessen, was man erhofft, ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht". Der Glaube ist die Gewissheit, schon jetzt eine bessere Heimat zu besitzen, nach der wir streben (Hebr 11,13.16). Der Glaube lässt uns das Erhoffte sogar schon derart besitzen, dass er selbst der Beweis für das ist, was wir nicht sehen. Der Verfasser sagt: "Aufgrund des Glaubens erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort erschaffen wurde und so aus Unsichtbarem das Sichtbare entstanden ist." Das Sichtbare, die Schöpfung und die Geschichte der Welt wurden durch das Wort erschaffen, das trotz seiner Unsichtbarkeit eine schöpferische Macht besitzt. Die Geschichte der Gläubigen beginnt mit dem Glauben des Abel, der Gott ein besseres Opfer darbrachte als Kain, und geht weiter mit Enoch und Noach bis hin zu Abraham, von dem im Hebräerbrief am ausführlichsten die Rede ist. Abraham ist wahrhaft ein Mann voller Glauben, ein Vater der Gläubigen, denn er antwortete sofort auf den Ruf Gottes und verließ sein Land, um in das von Gott verheißene Land aufzubrechen. Dies war keine blinde Entscheidung, sondern sie gründete auf dem Wort Gottes. Was für ein besseres Fundament gibt es als dieses Wort, um denen, die darauf vertrauen, eine Zukunft zu garantieren? Als Abraham ankam, ließ er sich nicht nieder, "denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und gebaut hat" (Hebr 11,10). Aus dem Glauben Abrahams ging eine Nachkommenschaft hervor, die zahlreich ist "wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meeresstrand, den man nicht zählen kann" (Hebr 11,12). Für sie hat der Herr die fest gegründete Stadt vorbereitet. Wir alle sind "Fremde und Gäste", denn wir alle erwarten "die heilige Stadt, das neue Jerusalem, ... aus dem Himmel" (Offb 21,1). Deshalb sollen die Christen so sein, wie es im Brief an Diognet heißt: "Sie wohnen in ihrer jeweiligen Heimat, aber wie Ausländer; sie nehmen an allem teil wie Bürger ihrer Stadt und bleiben doch Fremde; jedes fremde Land ist ihnen Heimat, und jede Heimat ist ihnen fremd."