Vorabend des Sonntags

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Amos 9,11-15

An jenem Tag richte ich die zerfallene Hütte Davids wieder auf und bessere ihre Risse aus, ich richte ihre Trümmer auf und stelle alles wieder her wie in den Tagen der Vorzeit, damit sie den Rest von Edom unterwerfen und alle Völker, über denen mein Name ausgerufen ist - Spruch des HERRN, der das ausführt. Seht, es kommen Tage - Spruch des HERRN - , da folgt der Pflüger dem Schnitter auf dem Fuß und der Keltertreter dem Sämann; da triefen die Berge von Wein und alle Hügel fließen über. Dann wende ich das Geschick meines Volkes Israel. Sie bauen die verwüsteten Städte wieder auf und wohnen darin; sie pflanzen Weinberge und trinken den Wein, sie legen Gärten an und essen die Früchte. Und ich pflanze sie ein in ihren Boden und nie mehr werden sie ausgerissen aus ihrem Boden, den ich ihnen gegeben habe, spricht der HERR, dein Gott.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Prophet ruft uns das Volk Israel in Erinnerung, das vor allem zu Zeiten des Wohlstandes das Privileg, von Gott auserwählt zu sein, als Anlass für Stolz und Unabhängigkeit interpretierte und somit taub für sein Gesetz war. Stolz entfernt uns immer von Gott und führt unvermeidlich ins Verderben. Er ist ein wiederkehrendes Motiv in der Geschichte Israels. Die Propheten werden nicht müde, diese Haltung zu verurteilen und die Gläubigen dazu zu ermahnen, ihre Herkunft und ihr fortdauerndes Bedürfnis nach Erlösung nicht zu vergessen. Dies ist eine beständige Dimension des biblischen Glaubens, sei er jüdisch oder christlich. Denn auch wir Jünger Jesu sind schwach und Sklaven der Sünde, wenn wir uns nicht an die Bedeutung der Liebe Gottes in unserem Leben erinnern. Gott hat uns gerufen und befreit, weil er unsere Versklavung und unser Bedürfnis nach Erlösung gesehen hat. Nachdem Amos viele Weissagungen gegen Israel gesprochen hat, das sich von Gott entfernt hatte, verkündet er nun dem Rest des Volkes, der dem Herrn treu geblieben war, ein Wort des Trostes. Das Haus Davids wird als „zerfallene Hütte" beschrieben, doch gerade, als alles verloren scheint, greift das prophetische Wort ein, um zu trösten. Denn das, was den Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich. Das Haus Davids wird wiederaufgebaut werden - so die ermutigenden Worte des Amos - und es wird über die Nationen herrschen. Das Land wird aufs Neue in einem solchem Überfluss Früchte hervorbringen, dass die Ernte unmittelbar auf die Aussaat folgt. Der neue Wein und die Früchte der Gärten kündigen die Zeit des Messias an. Gott möchte durch sein Volk Israel allen seine Barmherzigkeit und Erlösung zuteil werden lassen. Mit der Ankunft Jesu wurden auch wir auserwählt, die Mission der universalen Erlösung zu erfüllen. Wir sind dazu aufgerufen, nicht für uns selbst, sondern für den Traum Gottes zu leben: die Erlösung der Menschheitsfamilie.