Gedenken an die Mutter des Herrn

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an Timotheus 3,1-13

Das Wort ist glaubwürdig: Wer das Amt eines Bischofs anstrebt, der strebt nach einer großen Aufgabe. Deshalb soll der Bischof untadelig, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, besonnen sein, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren; er sei kein Trinker und kein gewalttätiger Mensch, sondern rücksichtsvoll; er sei nicht streitsüchtig und nicht geldgierig. Er muss seinem eigenen Haus gut vorstehen, seine Kinder in Gehorsam und allem Anstand erziehen. Wenn einer seinem eigenen Haus nicht vorstehen kann, wie soll der für die Kirche Gottes sorgen? Er darf kein Neubekehrter sein, damit er nicht hochmütig wird und dem Gericht des Teufels verfällt. Er muss aber auch bei den Außenstehenden einen guten Ruf haben, damit er nicht in üble Nachrede kommt und in die Falle des Teufels gerät. Ebenso müssen Diakone sein: achtbar, nicht doppelzüngig, nicht dem Wein ergeben und nicht gewinnsüchtig; sie sollen mit reinem Gewissen am Geheimnis des Glaubens festhalten. Auch sie soll man vorher prüfen, und nur wenn sie unbescholten sind, sollen sie ihren Dienst ausüben. Ebenso müssen Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern und in allem zuverlässig. Diakone sollen Männer einer einzigen Frau sein und ihren Kindern und ihrem eigenen Haus gut vorstehen. Denn wer seinen Dienst gut versieht, erlangt einen hohen Rang und große Zuversicht im Glauben an Christus Jesus.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Nachdem der Apostel vom gemeinsamen Gebet gesprochen hat, lenkt er die Aufmerksamkeit des Timotheus auf die Sorgfalt bei der Wahl der Gemeindeverantwortlichen. Er bringt die Rede dabei zunächst auf den Bischof (wörtlich "der, der die Aufsicht hat"). Paulus weiß, dass ein derartiges Amt eine große Aufgabe darstellt. Denn der Bischof ist gerufen, unter den Jüngern "wie der Dienende" zu sein (Lk 22,26), sich also genauso zu verhalten wie Jesus beim Letzten Abendmahl. Die Existenz des Bischofsamts ändert nichts daran, dass jeder Jünger für das Leben seiner Brüder und Schwestern verantwortlich ist. Das verlangt der Geist der Geschwisterlichkeit, der in der Gemeinde herrschen soll. Der Bischof ist gerade aufgrund seiner leitenden Funktion aufgerufen, sich seiner Verantwortung bewusst zu sein. Die Autorität in der Kirche gründet sich vor allem auf die vorbildliche Lebensführung. Aus ihr erwächst das Ansehen dessen, der seine Brüder und Schwestern leiten soll. Deshalb verlangt der Apostel, dass der Bischof "Mann einer einzigen Frau" sein soll, um damit gleichsam die Treue zu einer einzigen Bindung zu betonen. Ferner soll er besonnen - das heißt weise im Urteilen und Entscheiden - und von spontaner Gastfreundlichkeit sein. Wie um den Zusammenhang zwischen der Familie Gottes und der menschlichen Familie zu betonen, verlangt Paulus von einem Bischof dieselben Fähigkeiten wie von einem guten Familienvater. Denn nur wer es versteht, im Geist des Evangeliums Vater, Bruder und Sohn zu sein, wird den Schwestern und Brüdern in der Gemeinde den rechten Weg der christlichen Geschwisterlichkeit weisen können. Neben dem Amt des Bischofs erinnert Paulus auch an das des Diakons. Dies ist ein heikles Amt im Leben der ersten christlichen Gemeinden. Diakone können erst dann gewählt werden, wenn man ihre Lebensführung überprüft hat, und weil sie den Armen beistehen, predigen und taufen, müssen sie "mit reinem Gewissen am Geheimnis des Glaubens festhalten". Nichts schadet dem Glauben mehr als Stolz und Geltungssucht, die die schon in das Wort Diakon hineingeschriebene Wahrheit des Dienens de facto verleugnen. In gewisser Weise zeigen die Diakone dem Bischof und allen Gläubigen, dass das Leben eines Jüngers immer "diakonisch", nämlich ein Dienst am Evangelium, an der Gemeinde und an den Armen sein muss.