Gedenken an die Apostel

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Fest des heiligen Apostels und Evangelisten Matthäus


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn wir mit ihm sterben,
werden wir mit ihm leben,
wenn wir mit ihm ausharren,
werden wir mit ihm herrschen.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 9,9-13

Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Und Matthäus stand auf und folgte ihm nach. Und als Jesus in seinem Haus bei Tisch war, siehe, viele Zöllner und Sünder kamen und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Geht und lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer! Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn wir mit ihm sterben,
werden wir mit ihm leben,
wenn wir mit ihm ausharren,
werden wir mit ihm herrschen.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Kirche gedenkt heute des Apostels und Evangelisten Matthäus. Auf Hebräisch hieß er Levi, und er übte einen Beruf aus, der bei seinen Mitbürgern als unehrenhaft galt, weil er als Steuereinnehmer die Steuern für die fremden Besatzer erhob. Wer Steuern eintrieb, war schon allein deshalb im Allgemeinen habgierig und betrügerisch. Diesem Steuereinnehmer nun stößt etwas völlig Unerwartetes und auch für die Umstehenden sehr Befremdliches zu. Jesus geht durch die Straßen von Kafarnaum - einer Grenzstadt, in der Abgaben erhoben wurden ? und sieht ihn an seinem Tisch sitzen und Zölle eintreiben. Doch statt ihm wie alle anderen nur im Vorbeigehen einen verächtlichen Blick zuzuwerfen, bleibt er bei ihm stehen und ruft ihm zu: "Folge mir nach!" Diese wenigen Worte genügen, und Matthäus "stand auf und folgte ihm nach", wie er selbst ein wenig verschämt erzählt. Für Jesus nämlich ergeht der Ruf des Evangeliums an jeden Menschen, ungeachtet seiner Verhältnisse, und seien sie auch so verrufen wie die des Matthäus. Für Jesus zählt nicht die Stellung des Betreffenden, sondern dass er den Ruf des Evangeliums in seinem Herzen aufnimmt. Genau das tat der Zöllner Matthäus, und sein Leben änderte sich von einem Moment auf den anderen. Bis zu diesem Zeitpunkt war er ganz darauf konzentriert gewesen, Reichtümer für sich selbst anzuhäufen. Doch sobald er jenen Meister hörte, tat er nichts anderes mehr, als ihm nachzufolgen. Das war für ihn kein Opfer, sondern im Gegenteil ein Fest. Er begriff, dass Jesus ihn nicht rief, um ihm sein Leben zu stehlen oder es trauriger zu machen, im Gegenteil: Jesus rief ihn, um seinen großen Traum von der Welt mit ihm zu teilen. Matthäus freut sich so sehr über seine Aufnahme in die Gefolgschaft jenes Meisters, dass er sofort ein Essen mit Jesus ausrichtet und auch seine Freunde ? Zöllner und Sünder ? dazu einlädt. Es ist ein seltsames Gastmahl, doch es verweist auf den Bund zwischen den Christen und den Armen, den Jesus gelebt und verkündet hat. Ab sofort sitzt Matthäus nicht mehr am Zoll und nimmt Steuern ein, sondern wird zum Jünger und ruft die Sünder, damit sie sich um Jesus scharen und gemeinsam feiern. Die Welt versteht nicht, was da geschieht, aber genau das ist die Neuheit des Evangeliums, die für die Mehrheit so befremdlich ist: Alle, ausnahmslos alle, können im Herzen berührt werden und ihr Leben verändern, angefangen bei den Sündern. Wer dies damals wie heute nicht verstehen will, zu dem sagt Jesus in aller Deutlichkeit: "Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken." Denn es steht geschrieben: "Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!" Matthäus setzt das Evangelium, das seinen Namen trägt, damit fort, dass er uns an die zentrale Bedeutung des Wortes Gottes erinnert. Ein solches Wort genügt, um ein Leben zu ändern. So war es bei ihm. Hören wir also wie Matthäus und wie die anderen Jünger zu allen Zeiten auf dieses Wort, und stellen auch wir uns in die Nachfolge Jesu.