Gedenken an die Armen

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch der Weisheit 1,1-7

Liebt Gerechtigkeit, ihr Richter der Erde, denkt gut über den Herrn, sucht ihn mit ganzem Herzen! Denn er lässt sich finden von denen, die ihn nicht versuchen, und zeigt sich denen, die ihm nicht misstrauen. Verkehrte Gedanken trennen von Gott; wird seine Macht auf die Probe gestellt, dann überführt sie die Toren. In eine Seele, die Böses wirkt, kehrt die Weisheit nicht ein noch wohnt sie in einem Leib, der sich der Sünde hingibt. Denn der heilige Geist, der Lehrmeister, flieht vor der Falschheit, er entfernt sich von unverständigen Gedanken und wird verscheucht, wenn Unrecht naht. Die Weisheit ist ein menschenfreundlicher Geist, doch lässt sie die Reden des Lästerers nicht straflos; denn Gott ist Zeuge seiner heimlichen Gedanken, untrüglich durchschaut er sein Herz und hört seine Worte. Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis und er, der alles zusammenhält, kennt jede Stimme.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch der Weisheit beginnt mit einem Appell, der wie die Quintessenz seiner gesamten Botschaft wirkt: "Liebt Gerechtigkeit, ihr Richter der Erde". Vom Glauben an den Gott der Väter durchdrungen gründet der Verfasser, der vielleicht in Alexandria lebt, diese Aufforderung auf Gott selbst. Wer die Gerechtigkeit liebt, stellt sein Handeln damit auf dieselbe Ebene wie Gott, der selbst Gerechtigkeit ist und sie den Menschen gegenüber übt. Deshalb vertraut das Buch der Weisheit seinen Lesern die Aufgabe an, nach der Gerechtigkeit zu streben. Nur wer nach der Gerechtigkeit strebt, wie Gott sie übt, kann die Komplexität der Geschichte begreifen und wird nicht vom Bösen überwältigt werden. Ein Leben nach der Gerechtigkeit ist offen für die göttliche Weisheit - jenes Wort, das die Gedanken und Taten lenkt und den Weg zum Guten weist. Zwischen Weisheit und dem Geist des Herrn besteht ein enger Zusammenhang. Dies wird im Neuen Testament mit der Gabe des Heiligen Geistes - der Weisheit Gottes, die dem Leben der Menschen geschenkt wird - noch deutlicher werden. Mit großer geistlicher und menschlicher Sinntiefe bringt der Autor das Sich-Herabneigen Gottes und seine Verbindung zu den Menschen zum Ausdruck: "Die Weisheit ist ein menschenfreundlicher Geist". Gott versucht uns auf jede nur erdenkliche Weise mit seinem Wort und seiner Liebe zu erreichen. Er erforscht unser Herz und hilft uns so, auf dem Weg des Guten zu gehen, denn wenn wir unserer Zunge unnützes Murren und üble Nachrede verwehren (vgl. Weish 1,11), können wir das Leben lieben und das Gute tun.