Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das erste Buch der Könige 10,1-10

Die Königin von Saba hörte vom Ruf Salomos, der zum Ruhm des HERRN gereichte, und kam, um ihn mit Rätselfragen auf die Probe zu stellen. Sie kam nach Jerusalem mit sehr großem Gefolge, mit Kamelen, die Balsam, eine gewaltige Menge Gold und Edelsteine trugen, trat bei Salomo ein und redete mit ihm über alles, was sie in ihrem Herzen erwogen hatte. Salomo gab ihr Antwort auf alle Fragen. Es gab nichts, was dem König verborgen war und was er ihr nicht hätte sagen können. Als nun die Königin von Saba die ganze Weisheit Salomos erkannte, als sie den Palast sah, den er gebaut hatte, die Speisen auf seiner Tafel, die Sitzplätze seiner Beamten, das Aufwarten der Diener und ihre Gewänder, seine Getränke und sein Brandopfer, das er im Haus des HERRN darbrachte, da stockte ihr der Atem. Sie sagte zum König: Was ich in meinem Land über dich und deine Weisheit gehört habe, ist wirklich wahr. Ich wollte es nicht glauben, bis ich nun selbst gekommen bin und es mit eigenen Augen gesehen habe. Und wahrlich, nicht einmal die Hälfte hat man mir berichtet; deine Weisheit und deine Vorzüge übertreffen alles, was ich gehört habe. Glücklich sind deine Männer, glücklich diese deine Diener, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören. Gepriesen sei der HERR, dein Gott, der an dir Gefallen fand und dich auf den Thron Israels setzte. Weil der HERR Israel ewig liebt, hat er dich zum König bestellt, damit du Recht und Gerechtigkeit übst. Sie gab dem König hundertzwanzig Talente Gold, dazu eine sehr große Menge Balsam und Edelsteine. Niemals mehr kam so viel Balsam in das Land, wie die Königin von Saba dem König Salomo schenkte.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Besuch der Königin von Saba bei Salomo gehört zu den bekanntesten Episoden der Bibel, auch weil Jesus sich darauf bezieht, als er von Salomos Reichtum spricht. Diese Begegnung ist auf vielerlei Weise interpretiert worden. So haben einige Kirchenväter in der Huldigung der Königin an Salomo eine Prophezeiung dafür gesehen, dass die Kirche der Heidenchristen Christus huldigen wird. Origines sieht dagegen in der Begegnung der beiden die vollkommene Liebesbeziehung zwischen Christus und der Kirche dargestellt. Einige Kommentatoren der Gegenwart erklären, dass die Episode „Salomo ... in all seiner Pracht" (Mt 6,29) verherrlichen möchte. Tatsächlich war am Anfang des ersten Jahrtausends vor Christus das Königreich von Saba, das sich auf dem Südosten der Arabischen Halbinsel erstreckte, eine bedeutende Handelsmacht und es ist gut vorstellbar, dass die Königin dieses Reiches Geschäftsbeziehungen mit Salomo eingehen wollte. Jedenfalls weist der Verfasser nur kurz auf diesen Zusammenhang hin, während er Salomos Anziehungskraft und Weisheit unterstreicht, die auch die Königin berührten. Es macht jedoch nachdenklich, dass der Verfasser diese Begegnung in die negative Phase der Geschichte Salomos einordnet. Im vorhergehenden Kapitel ist vom Frondienst die Rede, den Salomos Untertanen leisten mussten (1 Kön 9,15-24) und die folgenden Verse handeln vom übermäßigen Reichtum des Königs (1 Kön 10,29). Wenn Salomo sich so bereichert hat, muss man annehmen, dass er sich der Logik der Reiche dieser Welt angeglichen hat, die ihre Kraft auf Reichtum und Waffen gründen. Die Gefahren der Monarchie, die im ersten Buch Samuel dargestellt wurden (1 Sam 8,11-18), kamen nun in ihrer ganzen Deutlichkeit zum Vorschein: Das Volk wollte einen König, der es regiert „wie es bei allen Völkern der Fall ist" (1 Sam 8,5). Doch das ist nicht die Logik, der das Leben des Volkes Israel folgen soll. Das Wort aus dem Evangelium bleibt für immer gültig: „Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden" (Lk 14,11).