Gedenken an die Mutter des Herrn

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Epheser 2,12-22

Zu jener Zeit wart ihr von Christus getrennt, der Gemeinde Israels fremd und von dem Bund der Verheißung ausgeschlossen; ihr hattet keine Hoffnung und lebtet ohne Gott in der Welt. Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, in Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile und riss die trennende Wand der Feindschaft in seinem Fleisch nieder. Er hob das Gesetz mit seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in sich zu einem neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet. Er kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und Frieden den Nahen. Denn durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater. Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Eckstein ist Christus Jesus selbst. In ihm wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Durch ihn werdet auch ihr zu einer Wohnung Gottes im Geist miterbaut.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel will das außerordentliche Werk Jesu, der „die trennende Wand" zwischen den Menschen niedergerissen hat, und die Einheit verdeutlichen, die daraufhin entstanden ist. Es ist gut, wenn sich die Heiden an ihre frühere Situation, also daran erinnern, dass sie Gott einst fern waren und außerhalb seiner Offenbarung standen. Obwohl sich diese Worte des Apostels auf konkrete zeitliche Verhältnisse beziehen, können auch wir uns davon angesprochen fühlen, die wir einst fern von Gott und nicht in Gemeinschaft mit ihm waren - oder es sogar heute noch sind. Wahr sind diese Worte auch für die heutige Situation der Kirche, wo die Spaltungen stärker sind als die Gemeinschaft und die Sendung, das Evangelium zu verkünden. Wie viele Spaltungen bestehen noch immer zwischen den Christen! Schließlich können wir den Blickwinkel auch auf die ganze Menschheitsfamilie ausweiten. Wie zahlreich sind die Konflikte unter den Völkern der Erde! Als Gläubige dürfen wir uns nicht mit den Spaltungen abfinden, denn dann laufen wir Gefahr, daran mitschuldig zu werden. Wir sind berufen, uns dafür einzusetzen, dass die von Gott gewollte geschwisterliche Eintracht zwischen allen Menschen wiederhergestellt wird. Jesus ist der Friede. Deshalb wirkt er für die volle Gemeinschaft zwischen den Menschen. Der Friede ist kein persönliches Wohlgefühl und schon gar nicht die bloße Abwesenheit von Krieg. Der Friede ist die Fülle der Gemeinschaft, ist gelebte Geschwisterlichkeit. Um ihn zu ermöglichen, hat sich Jesus mitten in den Konflikt hineinbegeben und sogar den Tod auf sich genommen. Mit dem Kreuz hat er die Mauer des Egoismus niedergerissen, die die Menschen trennt. Er hat alle in der Liebe vereint und so den „neuen Menschen" verwirklicht, den Menschen, in dessen Herzen die gesamte Menschheit wohnt. Denn die Überwindung jedweder Spaltung, Barriere oder Grenze geschieht im Herzen des Gläubigen. Für den Jünger Jesu gibt es keine Feinde, die er bekämpfen, sondern nur Brüder und Schwestern, die er lieben muss. Aus dieser gekreuzigten Liebe entsteht die Kirche als Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern. Vom Kreuz her ist eine neue Geschwisterlichkeit auf der Erde entstanden: die Gemeinschaft der Gläubigen. Ihr ist die Aufgabe der Versöhnung anvertraut, wo immer Trennung und Spaltung herrschen.