Gedenken an die Mutter des Herrn

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 11,37-41

Nach dieser Rede lud ein Pharisäer Jesus ein, bei ihm zu essen. Jesus ging zu ihm und begab sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert. Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raffsucht und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? Gebt lieber als Almosen, was ihr habt; und siehe, alles ist für euch rein.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das heutige Evangelium stellt uns einen Pharisäer vor, der Jesus zum Essen in sein Haus einlädt. Für Jesus sind solche Essenseinladungen eine kostbare Gelegenheit, den Wert der Aufnahme und Gastfreundschaft zu zeigen. Solche Gastmähler sind wie ein Bild vom Reich, wo es auf die Großzügigkeit der Aufnahme und die Freude der Gemeinschaft, aber ganz sicher nicht auf das Befolgen ritueller Vorschriften ankommt. Jesus hat die bösen Absichten des Pharisäers erkannt, ohne dass dieser den Mund aufmacht. Jesus antwortet ihm, noch ehe er überhaupt etwas gesagt hat und er geht dabei nicht auf die rituelle Frage ein, die dem Pharisäer Sorgen machte. Er verlagert die Frage auf eine andere Ebene: die des Herzens. Seine Worte sind ausgesprochen hart. Jesus macht dem Pharisäer sofort klar, dass es im Leben nicht auf das Erscheinungsbild ankommt, und wäre es auch noch so korrekt, sondern darauf, ein Mann oder eine Frau mit einem gütigen Herzen zu sein. Auch in unserer Gesellschaft, wo, wie wir zugeben müssen, der Schein mehr zählt als das Sein und die Barmherzigkeit, lenkt diese kurze Episode aus dem Evangelium die Aufmerksamkeit wieder auf die eigentliche Mitte des Lebens. Im Herzen nämlich, im Inneren wird über das Leben des Menschen, über sein Glück und über sein Heil entschieden. Ist das Herz voller Bosheit, wird auch das Handeln dementsprechend sein. Es bringt gar nichts, eine Vielzahl von Gesten und Werken zu vollbringen, wenn das Herz voller "Raffsucht und Bosheit" ist. "Gebt lieber als Almosen, was ihr habt", sagt Jesus und meint damit die Liebe in unseren Herzen. Die eigentliche Reinheit ist die Liebe, die jeder Gläubige von Gott empfängt, und nicht die Vielzahl der Riten, die er praktiziert. Die gesamte biblische Tradition, die im Evangelium gipfelt, ruft die Christen zum Almosengeben auf - nicht, um die sozialen Probleme zu lösen, sondern weil es der erste Schritt der Liebe ist. Das Almosengeben zwingt dazu, über sich selbst hinaus und auf die Bedürftigen zu sehen und ihnen etwas zu geben, und wäre es auch nur eine Kleinigkeit. Weh uns, wenn wir unser Herz daran hindern, diesen ersten Schritt über sich selbst hinaus zu tun - wir blieben in unserem Egoismus eingesperrt.