Gedenken an die Apostel

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Fest des heiligen Evangelisten Lukas, der auch die Apostelgeschichte verfasst hat. Der Überlieferung nach war er Arzt und Maler.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn wir mit ihm sterben,
werden wir mit ihm leben,
wenn wir mit ihm ausharren,
werden wir mit ihm herrschen.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 12,13-21

Einer aus der Volksmenge bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen! Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier! Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin, dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun? Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann werde ich zu meiner Seele sagen: Seele, nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freue dich! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast? So geht es einem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber bei Gott nicht reich ist.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn wir mit ihm sterben,
werden wir mit ihm leben,
wenn wir mit ihm ausharren,
werden wir mit ihm herrschen.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Einer seiner Zuhörer stellte Jesus eine Frage, damit er in einer Erbschaftsangelegenheit intervenierte. Jesus aber ist kein Meister des Aufteilens von Dingen, sondern ein Meister der Belange, die Gott und das Herz der Menschen betreffen. Daher zielt sein Eingreifen nicht auf das Erbe, sondern auf das Herz der beiden Brüder. Denn ihr Herz ist es, in dem der Geiz, die Habgier und der Eigennutz nisten. Besitztümer sind nicht per se von Übel. Doch auf den Herzen dieser beiden Brüder lasten - wie oft auch auf unseren Herzen - die Geldgier und die Lust am Besitz. Auf solchem Boden können nur Zwietracht und Streit gedeihen, wie Paulus Timotheus in Erinnerung ruft: "Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht" (1 Tim 6,10). Jesus erklärt diese Haltung mit dem Gleichnis vom törichten Reichen, der glaubte, man werde glücklich, indem man Besitztümer anhäufte. Wie soll man da nicht an die Mentalität denken, die heute in unserer Welt so verbreitet ist und die es zur Lebensregel erhoben hat, Dinge zu konsumieren? Es gibt eine Diktatur des Materialismus, die mit Macht dazu drängt, das Leben mit Besitz und Konsum zu vergeuden. Jesus erzählt, dass im Leben jenes reichen Mannes - doch ebendies ist die gnadenlose Logik der Habgier - kein Platz für die anderen ist. Seine Sorge richtet sich allein darauf, für sich selbst Besitztümer anzuhäufen. Dieser Mann hat jedoch das Wesentliche vergessen: dass nämlich niemand Herr seines Lebens ist. Wir können Reichtümer besitzen, aber wir sind nicht Herren über das Leben. Das Glück besteht nicht darin, Dinge zu besitzen, sondern Gott und die Mitmenschen zu lieben. Es gibt eine grundlegende Wahrheit, die für alle gilt: Wir sind nicht geschaffen, um Reichtümer anzuhäufen, sondern um zu lieben und geliebt zu werden. Im Unterschied zu den irdischen Besitztümern, die verloren gehen können, besteht bei der Liebe, diesem außergewöhnlichen himmlischen Schatz, keine Gefahr, dass sie uns geraubt wird. Die Früchte der Liebe bleiben für immer. Jesus greift eine biblische Tradition auf und vergleicht die guten Werke mit den Schätzen, die im Himmel aufbewahrt werden, wie es in einem alten jüdischen Sprichwort hieß: "Meine Väter haben Schätze für unten angehäuft, ich habe Schätze angehäuft, die Zinsen bringen." Das Evangelium ruft uns dazu auf, weniger Besitz und stattdessen mehr Liebe anzuhäufen, und versichert uns, dass die Liebe uns rettet.