Gedenken an alle, die im Herrn entschlafen sind

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Allerseelen
Gedenken an alle im Herrn Entschlafenen. Wir denken besonders an diejenigen Verstorbenen, an die sich niemand erinnert, und an alle, die unserem Herzen besonders lieb sind.


Erste Lesung

Das Buch Jesaja 25,6.7-9

Der HERR der Heerscharen wird auf diesem Berg für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den feinsten, fetten Speisen, mit erlesenen, reinen Weinen. Er verschlingt auf diesem Berg die Hülle, die alle Völker verhüllt, und die Decke, die alle Nationen bedeckt. Er hat den Tod für immer verschlungen und GOTT, der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen und die Schande seines Volkes entfernt er von der ganzen Erde, denn der HERR hat gesprochen. An jenem Tag wird man sagen: Siehe, das ist unser Gott, auf ihn haben wir gehofft, dass er uns rettet. Das ist der HERR, auf ihn haben wir gehofft. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat.

Antwortpsalm

Psalm 25

Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele.

Mein Gott, auf dich vertraue ich. Laß mich nicht scheitern, laß meine Feinde nicht triumphieren!

Denn niemand, der auf dich hofft, wird zuschanden; zuschanden wird, wer dir schnöde die Treue bricht.

Zeige mir, Herr, deine Wege, lehre mich deine Pfade!

Führe mich in deiner Treue und lehre mich;denn du bist der Gott meines Heiles. Auf dich hoffe ich allezeit.

Denk an dein Erbarmen, Herr,und an die Taten deiner Huld; denn sie bestehen seit Ewigkeit.

Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel! In deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist gütig.

Gut und gerecht ist der Herr, darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.

Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, die Gebeugten lehrt er seinen Weg.

Alle Pfade des Herrn sind Huld und Treue denen, die seinen Bund und seine Gebote bewahren.

Um deines Namens willen, Herr, verzeih mir; denn meine Schuld ist groß.

Wer ist der Mann, der Gott fürchtet? Ihm zeigt er den Weg, den er wählen soll.

Dann wird er wohnen im Glück, seine Kinder werden das Land besitzen.

Die sind Vertraute des Herrn, die ihn fürchten; er weiht sie ein in seinen Bund.

Meine Augen schauen stets auf den Herrn; denn er befreit meine Füße aus dem Netz.

Wende dich mir zu und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und gebeugt.

Befrei mein Herz von der Angst, führe mich heraus aus der Bedrängnis!

Sieh meine Not und Plage an, und vergib mir all meine Sünden!

Sieh doch, wie zahlreich meine Feinde sind, mit welch tödlichem Haß sie mich hassen!

Erhalte mein Leben und rette mich,laß mich nicht scheitern! Denn ich nehme zu dir meine Zuflucht.

Unschuld und Redlichkeit mögen mich schützen, denn ich hoffe auf dich, o Herr.

O Gott, erlöse Israel aus all seinen Nöten!

Zweite Lesung

Der Brief an die Römer 8,14-23

Denn die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden. Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Gewiss, die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin: Denn auch sie, die Schöpfung, soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber nicht nur das, sondern auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, auch wir seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 25,31-46

Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, empfangt das Reich als Erbe, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd gesehen und aufgenommen oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Dann wird er zu denen auf der Linken sagen: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder fremd oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Und diese werden weggehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber zum ewigen Leben.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

Der Apostel Paulus lädt uns ein, die Zukunft zu betrachten, die den Kindern Gottes vorbehalten ist: "Ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen .... Sind wir aber Kinder, dann auch Erben", schreibt er an die Römer, und er fügt hinzu: "Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll." Das heutige Gedenken lässt uns einen Blick auf diese zukünftige Herrlichkeit erhaschen. Für uns hier auf Erden muss diese Herrlichkeit erst noch kommen, doch den Verstorbenen, die an den Herrn geglaubt haben, ist sie bereits enthüllt worden. Sie wohnen auf jenem hohen Berg, auf dem der Herr allen Völkern ein Festmahl bereitet hat. Für sie ist auf jenem Berg der Schleier, der das Gesicht verhüllt, das heißt die Gleichgültigkeit, die uns nur um uns selbst kreisen lässt, zerrissen worden, und ihre Augen schauen das Antlitz Gottes. Ja, niemand von ihnen vergießt mehr Tränen der Traurigkeit. Wenn es im Himmel Tränen gibt, dann sind dies Tränen einer lieblichen und zärtlichen grenzenlosen Ergriffenheit. Heute sehen wir mit den Augen des Herzens, wo unsere Lieben sind und wohin auch wir gehen werden.
Natürlich besteht eine Trennung zwischen ihnen und uns, aber auch eine starke Verbindung. Für die Augen des Leibes ist sie nicht sichtbar, aber deswegen ist sie nicht weniger real. Sie ist sogar umso fester, weil sie sich nicht auf den äußeren Anschein stützt, der so oft trügt. Diese traurige Erfahrung haben wir alle schon gemacht. Wie oft lassen uns selbst die engsten Freunde mit unseren Problemen allein! Die Kommunion mit unseren Verstorbenen gründet sich auf das Geheimnis der Liebe Gottes, die alle sammelt und hält. Diese Liebe ist die Substanz des Lebens. Alles vergeht, auch der Glaube und die Hoffnung. Nur die Liebe bleibt.
Das sagt uns Jesus im eben gehörten Evangelium. Ja, das Einzige, was im Leben zählt, ist die Liebe. Das Einzige, was von all unseren Worten und Taten, Gedanken und Plänen übrigbleibt, ist die Liebe. Die Liebe ist immer groß, auch wenn sie sich in kleinen Gesten wie einem Glas Wasser, einem Stück Brot, einem Besuch, einem tröstenden Wort oder einem Händedruck äußert. Die Liebe ist groß, sie ist stark, sie ist unwiderstehlich, denn sie ist immer ein Funke Gottes, der die Erde entzündet und rettet. Selig sind wir, wenn wir den Worten des Evangeliums folgen, das wir gehört haben. Dann wird am Ende unserer Tage zu uns gesagt werden: "Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, empfangt das Reich als Erbe, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist" (Mt 25,34), und unsere Freude wird vollkommen sein.