Liturgie des Sonntags

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Hochfest Christkönig
Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem. Das Gedenken an die Darstellung der Mutter des Herrn im Tempel entstand in Jerusalem und wird auch im Osten gefeiert. Es erinnert an den alten Tempel und gleichzeitig daran, dass Maria ihr Leben dem Herrn dargebracht hat.


Erste Lesung

Das Buch Daniel 7,13-14

Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.

Antwortpsalm

Psalm 93

Der Herr ist König, bekleidet mit Hoheit; der Herr hat sich bekleidet und mit Macht umgürtet. Der Erdkreis ist fest gegründet, nie wird er wanken.

Dein Thron steht fest von Anbeginn, du bist seit Ewigkeit.

Fluten erheben sich, Herr,
Fluten erheben ihr Brausen, Fluten erheben ihr Tosen.

Gewaltiger als das Tosen vieler Wasser,
gewaltiger als die Brandung des Meeres ist der Herr in der Höhe.

Deine Gesetze sind fest und verläßlich;
Herr, deinem Haus gebührt Heiligkeit für alle Zeiten.

Zweite Lesung

Die Offenbarung des Johannes 1,5-8

und von Jesus Christus; er ist der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde. Ihm, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut, der uns zu einem Königreich gemacht hat und zu Priestern vor Gott, seinem Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken und jedes Auge wird ihn sehen, auch alle, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen. Ja, Amen. Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 18,33b-37

Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus oder haben es dir andere über mich gesagt? Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohepriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Königtum von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königtum nicht von hier. Da sagte Pilatus zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

Mit dem Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs des Weltalls, endet das Kirchenjahr. Das eben gehörte Evangelium stellt uns Pilatus vor Augen, der sich an Jesus wendet und ihn fragt: "Also bist du doch ein König?" "Du sagst es, ich bin ein König", gibt Jesus ihm zur Antwort und fügt hinzu: "Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen". Die Aussage Jesu ist feierlich und dramatisch zugleich. Ebendiese Aussage über seine Königswürde wird Pilatus dazu veranlassen, ihn den Hohepriestern zur Kreuzigung auszuliefern. Und nach dem Willen des Statthalters wird dies auch der Wortlaut der Urteilsbegründung sein, die er auf einer kleinen Tafel am Kreuz wird anbringen lassen: "Jesus von Nazaret, König der Juden".
In den Augen der Menschen erscheint Jesus allerdings als ein seltsamer König: Sein Thron ist ein Kreuz, seine Krone ist aus Dornen, und sein Hofstaat besteht aus zwei Verbrechern, die mit ihm gekreuzigt worden sind. Ansonsten sind da nur noch ein paar Frauen und ein junger Mann, die sich schmerzerfüllt unter dem Kreuz drängen. Genau das aber ist das Bild, das jede christliche Gemeinschaft von jeher prägt. Das Kreuz hängt gut sichtbar in jeder Kirche und tritt vor allem dann in den Vordergrund, wenn die Christen verfolgt, geschmäht oder sogar getötet werden. Angesichts der scheinbaren Übermacht des Bösen sind wir aufgerufen, auf das Kreuz Jesu zu blicken und seine königliche Macht zu betrachten.
Das Evangelium sagt uns, dass der Fürst des Bösen von jenem Kreuz aus niedergerungen wird. Vom Kreuz aus befreit Jesus die Menschen von der Herrschaft der Sünde und des Todes. Der Apostel Paulus hat diese Überzeugung an alle Kirchen weitergegeben, und ihm war bewusst, welchen Anstoß dies erregen würde: "Wir dagegen verkünden Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein Ärgernis, für Heiden eine Torheit" (1 Kor 1,23). Als Gekreuzigter übt Jesus seine Königsmacht aus. Von dieser Liebe, die so weit geht, dass man sogar sein Leben für die anderen hingibt, wird das Böse besiegt. Mit einer solchen Liebe nimmt das neue Reich, die neue Welt des Friedens ihren Anfang. Das hat Jesus den Jüngern in den drei Jahren, die er mit ihnen verbracht hat, mehrfach gesagt. Noch kurz vor seinem Tod - nachdem er einen Streit zwischen dreien von ihnen mitangehört hatte, bei dem es darum gegangen war, wer unter ihnen der Größte sei - erteilte er ihnen diese Lektion der Demut und des Dienens: "Die Könige herrschen über ihre Völker und die Vollmacht über sie haben, lassen sich Wohltäter nennen. Bei euch aber soll es nicht so sein" (Lk 22,25-26). Er selbst lebte es ihnen vor und sagte ihnen, dass "der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele" (Mt 20,28). Dieses Lösegeld wurde am Kreuz gezahlt. Noch vom Kreuz herab ließ Jesus das neue Leben beginnen: Ein Verbrecher fand das Heil, als er sich bittend an den neben ihn Gekreuzigten wandte; eine betagte Mutter und ein jugendlicher Jünger empfingen aus den Worten jenes Gekreuzigten eine neue Existenz; zwei gute, aber furchtsame und resignierte Männer, Josef von Arimathäa und Nikodemus, schöpften aus jenem Kreuz die Kraft, sich offen zu diesem Gerechten zu bekennen, der zu Unrecht getötet worden war. Die Liebe, die aus dem Kreuz Jesu hervorquillt, drängte jene Jünger dazu, sich einer des anderen anzunehmen und sich aus Betroffenheit über das Schicksal jenes Gekreuzigten für den Aufbau einer menschlicheren und gerechteren Welt einzusetzen.
Das heutige Christkönigsfest zeigt uns die königliche Liebe, die die Herzen der Menschen und das Leben der Welt verwandelt. Drängen wir uns um diesen schwachen und armen König. Von ihm, der am Kreuz hängt, fließt allen das Heil zu. Machen wir uns die Worte aus dem Buch der Offenbarung zu eigen und sagen wir zu ihm: "Dir, Herr, der du uns liebst und uns von unseren Sünden erlöst hast durch dein Blut, der du uns zu einem Königreich gemacht hast und zu Priestern vor Gott, deinem Vater: Dir sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen."