Gedenken an die Mutter des Herrn

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Gedenktag Unserer Lieben Frau von Sheshan, eines Wallfahrtsortes in der Nähe von Schanghai. Gebet für die Christen in China.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Apostelgeschichte 16,22-34

Da erhob sich das Volk gegen sie und die obersten Beamten ließen ihnen die Kleider vom Leib reißen und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen. Sie ließen ihnen viele Schläge geben und sie ins Gefängnis werfen; dem Gefängniswärter gaben sie Befehl, sie in sicherem Gewahrsam zu halten. Auf diesen Befehl hin warf er sie in das innere Gefängnis und schloss ihre Füße in den Block. Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen Loblieder; und die Gefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich begann ein gewaltiges Erdbeben, sodass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Mit einem Schlag sprangen die Türen auf und allen fielen die Fesseln ab. Als der Gefängniswärter aufwachte und die Türen des Gefängnisses offen sah, zog er sein Schwert, um sich zu töten; denn er meinte, die Gefangenen seien entflohen. Da rief Paulus laut: Tu dir nichts an! Wir sind alle noch da. Jener rief nach Licht, stürzte hinein und fiel Paulus und Silas zitternd zu Füßen. Er führte sie hinaus und sagte: Ihr Herren, was muss ich tun, um gerettet zu werden? Sie antworteten: Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus. Und sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus das Wort des Herrn. Er nahm sie in jener Nachtstunde bei sich auf, wusch ihre Striemen und ließ sich sogleich mit allen seinen Angehörigen taufen. Dann führte er sie in sein Haus hinauf, ließ ihnen den Tisch decken und war mit seinem ganzen Haus voll Freude, weil er zum Glauben an Gott gekommen war.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In Philippi stößt die christliche Predigt nicht nur auf ein polytheistisches Umfeld wie in Lystra, sondern auch auf eine von den römischen Lebensmodellen geprägte Kultur. Als Paulus eine arme Sklavin, die mit der Fähigkeit zur Wahrsagerei ihrem Herrn großen Gewinn einbrachte, von einem unreinen Geist befreit, kommt es zum Konflikt. Paulus hat sie geheilt. Neben Lydia ist mit dieser Sklavin eine zweite Frau prägend für den Beginn des europäischen Christentums. Zusammen mit seinen Freunden ruft der Herr dieser Frau einen starken Widerstand gegen Paulus und Silas ins Leben, bis sie sogar ins Gefängnis geworfen werden. Auch dieses Mal befreit Jesus seine Jünger von den Ketten. Im frühen Christentum lagen Evangelium und Gefängnis häufig sehr nahe beieinander. Vielleicht überliefert der Evangelist Matthäus deshalb nicht nur für die Jünger, sondern für alle die Pflicht, die Gefangenen zu besuchen. Die Christen wurden in den ersten Jahrhunderten häufig mit dem Gefängnis konfrontiert. Und auch in der Geschichte hat es nie an Beispielen gefehlt, dass Christen wegen ihres Glaubens ins Gefängnis gebracht wurden. Umso mehr ist es von Bedeutung, dass sich Christen in unserer Zeit engagieren und vor allem dort Trost in die Gefängnisse bringen, wo dem Leben Gewalt angetan wird. Darum geht es im heutigen Abschnitt aus der Apostelgeschichte. Als Paulus und Silas beten, lösen sie ein Erdbeben aus, das die Mauern ins Wanken bringt und die Fesseln löst. Vor allem aber verwandeln sie das Herz des Gefängniswärters, der sich angesichts der Ereignisse selbst töten wollte. Paulus und Silas erklären ihm, was vor sich ging, sodass der Gefängniswärter sie, durch die Liebe überwältigt, aus dem Gefängnis herausführt und befreit. Der Gefängniswärter nahm sie bei sich auf, und seine ganze Familie bekehrte sich zum Evangelium. Die Liebe von Paulus und Silas hat diesen Mann und seine gesamte Familie verwandelt.