Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Galater 3,6-14

So auch bei Abraham: Er glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Erkennt also: Die aus dem Glauben leben, sind Söhne Abrahams. Und da die Schrift vorhersah, dass Gott die Völker aufgrund des Glaubens gerecht macht, hat sie dem Abraham im Voraus verkündet: In dir sollen alle Völker gesegnet werden. Also werden sie, die glauben, gesegnet mit dem glaubenden Abraham. Diejenigen aber, die aus den Werken des Gesetzes leben, stehen unter einem Fluch. Denn geschrieben steht: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was das Buch des Gesetzes zu tun vorschreibt. Dass aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerecht gemacht wird, ist offenkundig; denn: Der aus Glauben Gerechte wird leben. Für das Gesetz aber gilt nicht: aus Glauben, sondern es gilt: Wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben. Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist; denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holz hängt. Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird und wir so durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Nachweis, den der Apostel führt, um anhand der Schrift zu belegen, dass nicht das Gesetz, sondern der Glaube uns rettet, beginnt mit dem Urteil der Schrift über Abraham, den Vater der Glaubenden, der aufgrund seines Glaubens gerecht gemacht wurde. Abraham, so erklärt Paulus den Galatern, wurde ganz sicher nicht aufgrund seiner Fähigkeiten oder Kräfte, sondern nur aufgrund seines Glaubens eine Nachkommenschaft geschenkt, die so zahlreich war wie die Sterne des Himmels (vgl. Gen 15,5). Nicht ein einziges Kind hatte er mit Sara zeugen können. Dennoch glaubte Abraham der Verheißung Gottes, und so wurde ihm ein Sohn geschenkt. Zwar hatte auch das Judentum die zentrale Bedeutung seines Glaubens betont, dabei aber vor allem die einzelnen Taten hervorgehoben, mit denen er das Gesetz erfüllt hatte. In diesem Sinne sprach das Judentum auch von den Söhnen Abrahams und meinte damit mehr als bloß die physische Abstammung: Ein echter Sohn Abrahams war man, wenn man die Vorschriften des Gesetzes erfüllte. Paulus ist jedoch der Ansicht, dass der Glaube Abrahams in der vollkommenen Hingabe an Gott besteht. Das ist der "Glaube", den Gott vom Menschen verlangt. Söhne und Töchter Abrahams sind also "sie, die glauben", das heißt diejenigen, die aus dem Glauben leben. Sie, und nur sie, haben Anspruch auf diesen Titel. Für den Apostel ist Abraham ein Bild für das, was sich in der Endzeit in Jesus erfüllen würde. Mit dem "Glauben" Abrahams segnete und rechtfertigte Gott alle Völker, alle, die sich "aufgrund des Glaubens" in Christus Jesus Gott anvertrauen würden: "Also werden sie, die glauben, gesegnet mit dem glaubenden Abraham." In Jesus gelangt der "Segen Abrahams" zu allen, zu jedem einzelnen Menschen gleich welcher Kultur. Wir, schreibt Paulus an die Galater, haben Anteil am Heil erhalten, als wir "durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen" haben.