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Die Notlage in Burundi besteht weiter, Sant'Egidio setzt das Programm der Lebensmittelhilfen fort

26 Mai 2016

SolidaritätBurundiAfrikaFrieden

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Die von der Gemeinschaft Sant'Egidio gesammelten und im Februar aus Rom nach Burundi verschickten Lebensmittelhilfen sind in Bujumbura angekommen. Sie wurden durch das Außenministerium und das Ministerium für internationale Zusammenarbeit gefördert, die die Trasportkosten für einen Container übernommen haben. Es sind 2000 kg Reis, 1000 kg Zucker, 3000 kg Hülsenfrüchte und 2500 kg eiweishaltige Kekse.

Nach der Ankunft konnte die Verteilung an die Ärmsten fortgesetzt werden, die im vergangenen September durch die auf dieser Homepage organisierte Kampagne "Notlage Burundi"möglich wurde. 

Die Wirtschaftskrise, unter der Burundi leidet, ist die Folge einer 2015 ausgebrochenen schweren politischen und sozialen Krise, als Präsident Pierre Nkurunziza seine dritte Kandidatur in Folge angekündigt hatte, obwohl laut Verfassung nur eine Wiederwahl möglich ist. Nach dem gescheiterten Umsturzversuch im vergangenen Mai, den im Juli stattgefundenen Wahlen mit vielen Spannungen und dem Boykott durch die Opposition wurde Nkurunziza als Präsident bestätigt. Doch das Ergebnis wurde von einem großen Teil der internationalen Gemeinschaft angefechtet, die zur Ausübung von Druck auf die Regierung ihre Finanzhilfen weitgehend kürzte, auf die die Wirtschaft Burundis zu etwa 50% angewiesen ist.
Mit leeren Kassen konnte die Regierung die Gehälter der Beamten nicht mehr bezahlen und führte strenge Sparmaßnahmen ein, die öffentliche Ausgaben im Gesundheitswesen, für Erziehung und Landwirtschaft einschränken. Durch diese Maßnahmen kommt es zu einer beachtlichen Zunahmen von Unterernährung bei Erwachsenen und Kindern. Die wachsende Inflation führt dazu, dass die Bevölkerung die Lebensmittel nicht mehr bezahlen kann. Durch die fehlenden Geldmittel hat die Arbeitslosigkeit dramatisch zugenommen. Das alles belastet das schon fragile wirtschaftliche und soziale Leben.
Die Zahl der Straßenkinder in Bujumbura wird immer größer. Denn in Burundi gehen sowieso schon viele Kinder nicht zur Schule, vor allem beim Übergang von der Grundschule zur Sekundarstufe schaffen viele Kinder die zum Vorrücken notwendige schwere Prüfung nicht. Dann verlassen sie ihre Familien, die sie nicht mehr versorgen können, um sich in der Stadt durchzuschlagen. Denn durch Betteln oder Gelegenheitsarbeit kann man irgendwie zurechtkommen und nachts auf den Baustellen Unterkunft finden.

Diese Zahl der Straßenkinder hat drastisch zugenommen. Dazu kommen auch kleine Kinder durch die Krise, die zwar abends nach Hause zurückkehren, aber tagsüber auf der Straße betteln. Ein neues Phänomen zeigt sich darin, dass auch viele jüngere und ältere Frauen betteln, was vor einem Jahr im Stadtbild noch nicht zu sehen war. Ihre Männer oder Kinder sind aus politischen Gründen aus dem Land geflohen oder kümmern sich um die aktuell 272.300 burundischen Flüchtlinge in den Nachbarländern.


Durch die Ankunft des Containers mit den Hilfsgütern konnte eine erste Verteilung durchgeführt werden. Die Gemeinschaft Sant'Egidio von Bujumbura hat 200 Frauen, überwiegen alte Menschen, und einige Straßenkinder, sowie die Familien von 50 Kindern von Kinama, einem der ärmsten Stadtviertel der Hauptstadt, versorgt. Jedem wurde ein Lebensmittelpaket gegeben, das für einen Monat ausreicht. In den kommenden Wochen sollen weitere Ausgaben an verschiedenen Orten stattfinden, die schon drigend erwartet werden.