Vorabend des Sonntags

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief des Johannes 5,14-21

Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass er uns hört, wenn wir etwas erbitten, das seinem Willen entspricht. Wenn wir wissen, dass er uns bei allem hört, was wir erbitten, dann wissen wir auch, dass er unsere Bitten schon erfüllt hat. Wenn einer seinen Bruder eine Sünde begehen sieht, die nicht zum Tod führt, soll er für ihn bitten und wird ihm so Leben schenken, allen, deren Sünde nicht zum Tod führt. Denn es gibt Sünde, die zum Tod führt. Von ihr spreche ich nicht, wenn ich sage, dass er bitten soll. Jedes Unrecht ist Sünde; aber es gibt Sünde, die nicht zum Tod führt. Wir wissen: Jeder, der von Gott stammt, sündigt nicht, sondern wer aus Gott gezeugt ist, hütet sich und der Böse tastet ihn nicht an. Wir wissen: Wir sind aus Gott, aber die ganze Welt steht unter der Macht des Bösen. Wir wissen aber: Der Sohn Gottes ist gekommen und er hat uns Einsicht geschenkt, damit wir den Wahren erkennen. Und wir sind in diesem Wahren, in seinem Sohn Jesus Christus. Er ist der wahre Gott und ewiges Leben. Meine Kinder, hütet euch vor den Götzen!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Am Ende seines Briefes gibt der Apostel den Christen die frohe Gewissheit mit auf den Weg, dass sie schon jetzt gerettet sind, und greift dabei die Schlussworte des vierten Evangeliums auf. Dieses feste Vertrauen gründet im Glauben an Jesus, der jedes Gebet erhört. Nach den Worten des Apostels erfüllt er unsere Bitten bereits, bevor sie an ihn gerichtet wurden. Diese Worte sind erneut vor dem Hintergrund der Liebe zu verstehen. Daher wird der Auftrag angefügt, die Brüder zurechtzuweisen, wenn sie Sünden auf sich laden, "die nicht zum Tod führen", die aber das geschwisterliche Zusammenleben beeinträchtigen. Zu der geschwisterlichen Zurechtweisung gehört auch das Gebet für diese Brüder, damit sie zum Herrn und zur Gemeinschaft mit allen zurückkehren. Wesentlich strenger ist das Urteil des Apostels über jene, deren Sünde zum Tod führt. Dem Brief kann jedoch nicht entnommen werden, dass diese Brüder, die die Kommunion zerstört haben, fallen gelassen werden sollen. Im Übrigen hat Jesus die Jünger aufgefordert, auch für die Feinde zu beten, daher soll man unablässig für alle beten, auch für die hier Erwähnten. In jedem Fall ermahnt der Apostel die Christen, immer daran zu denken, dass sich das Böse ständig den Kindern Gottes widersetzt. Doch wir werden vom Herrn behütet, "und der Böse tastet uns nicht an". Der Apostel bittet die Christen einzig darum, sich nicht vom Herrn zu entfernen und keine anderen Götter zu haben, denen sie ihr Leben widmen, sondern sich vielmehr vor den Götzen zu hüten. Allein Jesus Christus sollen sie suchen, der uns so sehr geliebt hat, dass er sein Leben für uns und die Welt hingegeben hat. Das Briefende zeigt die Sorge des Johannes, dass man sehr schnell den Götzen der Welt nachläuft, die sich mit dem Gewand der Zeit und der jeweiligen Mode tarnen. Dies ist eine alte Sorge der Bibel, denn schon Israel wird aufgefordert, sich zwischen Gott und den Götzen der Völker zu entscheiden. Der Brief ist zwar abgeschlossen, doch es bleibt der grundlegende Auftrag der Entscheidung zwischen Gott und den Götzen der Welt. In einer Welt voller konformistischer Menschen soll der Christ eine überzeugte und tägliche Entscheidung für den Herrn fällen.