Vorabend des Sonntags

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der zweite Brief an Timotheus 4,1-8

Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt auf, ob gelegen oder ungelegen, überführe, weise zurecht, ermahne, in aller Geduld und Belehrung! Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Begierden Lehrer sucht, um sich die Ohren zu kitzeln; und man wird von der Wahrheit das Ohr abwenden, sich dagegen Fabeleien zuwenden. Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verrichte dein Werk als Verkünder des Evangeliums, erfülle treu deinen Dienst! Denn ich werde schon geopfert und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt. Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sein Erscheinen ersehnen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gegen Ende des Briefes scheint Paulus in seinen Mahnungen an Timotheus nachdrücklicher zu werden. Er sorgt sich um das Schicksal der Gemeinde und will, dass sein Schüler seiner Leitungsaufgabe gerecht wird. Er scheut sich nicht, ihm die Tragweite seiner Verantwortung vor Augen zu führen, und so leitet er seine Weisungen mit einer feierlichen Beschwörung ein, mit der er Timotheus vor Gott und den Herrn Jesus, den obersten Richter, hinstellt. Der Apostel erinnert Timotheus an das ewige Urteil Jesu Christi, des Richters „der Lebenden und der Toten", der auch sein Wirken als Hirt der Gemeinde beurteilen wird. Dabei besteht das erste Werk, das er ihm ans Herz legt, darin, „das Wort" zu verkünden. Für den Apostel ist das die vorrangige Aufgabe des Hirten. Deswegen dürfen keinerlei menschliche Erwägungen die Verkündigung des Evangeliums beeinträchtigen. Es spielt keine Rolle, ob die Menschen es annehmen oder nicht, und es spielt auch keine Rolle, ob der Zeitpunkt, die Art und die Umstände der Verkündigung den Menschen gelegen kommen oder nicht. Paulus fordert Timotheus auf, bei der Darstellung der Botschaft des Evangeliums Nüchternheit walten zu lassen und es mit Klugheit und Klarheit, aber auch mit Festigkeit zu verkünden. Sicher wird die Verkündigung des Wortes Leiden und Demütigungen mit sich bringen, wie es auch Paulus erlebt hat. Ja, während Paulus dies schreibt, hat er den Tod vor Augen, denn er weiß, dass der Moment herannaht, da sein Blut im Martyrium vergossen und Gott als Opfergabe dargebracht werden wird. Doch der Tod ist ein Hinübergang, eine Art Rückkehr zum Herrn. Paulus wendet seinen Blick zurück, und sieht, dass sein Leben wie ein Wettlauf, wie ein „Kampf" gewesen ist. So kann er in sicherer Hoffnung den „Kranz der Gerechtigkeit" erwarten. Er weiß dabei, dass er diesen Siegeskranz nicht alleine, sondern gemeinsam mit den Jüngern, „die sehnsüchtig auf sein Erscheinen warten", erhalten wird. Das ist die gemeinsame Bestimmung zu jenem Reich, zu dem alle Jünger gerufen sind. Denn man kann sich nicht alleine retten, sondern gemeinsam finden wir Rettung.