Vorabend des Sonntags

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Gedenken an den heiligen Mönch Sergius von Radonesch, den Gründer des Klosters der heiligen Dreifaltigkeit in der Nähe von Moskau.
Gedenken an den evangelischen Pastor Paul Schneider, der 1939 im Konzentrationslager Buchenwald starb.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Micha 2,1-5

Weh denen, die Unheil planen und böse Taten auf ihren Lagern! Wenn es Tag wird, führen sie es aus; denn sie haben die Macht dazu. Sie wollen Felder haben und reißen sie an sich, sie wollen Häuser haben und bringen sie in ihren Besitz. Sie wenden Gewalt an gegen den Mann und sein Haus, gegen den Besitzer und sein Eigentum. Darum - so spricht der HERR: Seht, ich plane Unheil gegen diese Sippe, aus dem ihr nicht mehr herausziehen könnt eure Hälse; und ihr werdet den Kopf nicht mehr so hoch tragen; denn es wird eine böse Zeit sein. An jenem Tag macht man über euch ein Sprichwort und man wird eine bittere Klage klagen. Man sagt: Vernichtet sind wir, vernichtet! Der Anteil meines Volkes wird veräußert. Ach, wie entzieht man ihn mir! Treulosen teilt man unsere Felder zu. Darum wird es keinen mehr für dich geben, der die Messschnur auf den Losanteil wirft in der Versammlung des HERRN.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Micha lebte in Jerusalem, einer Stadt, die sich nicht allzu sehr von Samaria unterschied, wie sie bei Amos beschrieben wurde. Er erhebt nicht nur Anklage gegen Willkür und Unterdrückung, sondern er deckt auch deutlich auf, wie die Macht sich verkehren kann und die selbst zu Sklaven werden, die sie ausüben. Auch nachts hegen sie böse Gedanken, die ganze Zeit sind sie vom Geist des Bösen beherrscht. Der Prophet warnt davor, sich nicht von der Gier nach Besitz ergreifen zu lassen, denn alles ist endlich und geht zugrunde. Auch in unserer heutigen Welt schafft die Geldgier Ungleichheit und Ungerechtigkeit und lässt die Armen draußen vor der Tür, wie es dem armen Lazarus widerfuhr. Noch nie war die Welt so reich an Gütern wie heute und trotzdem gibt es heute so viele Arme wie nie zuvor. In den Augen Gottes ist das eine unerträgliche Ungerechtigkeit. Der Schrei der Armen dringt zum Herzen Gottes und weckt sein Mitleid. Das Wort des Propheten klagt diese skandalöse Ungleichheit an. Heute vergrößert sich der Abgrund zwischen Reichen und Armen immer weiter. Diese Ungleichheit ist die Ursache für Konflikte und Kriege, die unaufhörlich auf Erden Blutvergießen verbreiten. Die ersten Worte dieses Abschnitts sind aufschlussreich. Er beginnt mit: „Weh". Diese Drohung wendet sich an den, der Böses tut. Sie ist aber auch eine ernste Aufforderung, das Unrecht zu bereuen, ehe es zu spät ist. Denn das Böse fällt auf die Gewalttäter zurück. Die, die Tag und Nacht Niederträchtigkeiten aushecken, täuschen sich, wenn sie meinen, straffrei davonzukommen. Die biblische Weisheit warnt vor Ungerechtigkeit, denn sie kränkt immer auch Gott, der der Vater aller ist.