Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Apostelgeschichte 15,1-6

Es kamen einige Leute von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst, könnt ihr nicht gerettet werden. Da nun nicht geringer Zwist und Streit zwischen ihnen und Paulus und Barnabas entstand, beschloss man, Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen sollten wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und den Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen. Die Gemeinde gab ihnen das Weggeleit. Dann zogen sie durch Phönizien und Samarien; dabei berichteten sie den Brüdern von der Bekehrung der Heiden und bereiteten damit allen Brüdern große Freude. Bei ihrer Ankunft in Jerusalem wurden sie von der Gemeinde und von den Aposteln und den Ältesten empfangen. Sie erzählten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan hatte. Da erhoben sich einige aus der Partei der Pharisäer, die gläubig geworden waren, und sagten: Man muss sie beschneiden und von ihnen fordern, am Gesetz des Mose festzuhalten. Die Apostel und die Ältesten traten zusammen, um die Frage zu prüfen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Im 15. Kapitel wird einer der Höhepunkte der gesamten Apostelgeschichte beschrieben. Es geht um die Lösung einer äußerst wichtigen und bedrängenden Frage in der Urgemeinde, nämlich die Beziehung zwischen Judentum und Christentum. Dieses Problem belastete das Leben der Urgemeinde schon seit geraumer Zeit. Doch nun war ein kritischer Moment gekommen, der für das Christentum die endgültige Hinwendung zur weiten Welt bedeutete. Dabei stellte sich folgende Frage: Müssen sich die zum Evangelium bekehrten Heiden dem jüdischen Gesetz unterstellen oder nicht? Paulus und Barnabas hatten vor allem heidenchristliche Gemeinden gegründet und forderten von den Heidenchristen keine Beschneidung. Diese Praxis war natürlich eine Belastung für die Beziehung zwischen den Gemeinden, die durch die Predigt an die Heiden entstanden waren, und den aus dem Judentum hervorgegangenen Gemeinden. Es war eine besonders schwierige Übergangszeit für das entstehende Christentum. Die Gefahr einer schmerzhaften Spaltung war gegeben. Man hielt es für notwendig, eine Versammlung aller Verantwortlichen in Jerusalem einzuberufen. Es war das erste Konzil der Kirchengeschichte und bleibt beispielhaft für das Leben der christlichen Gemeinden. Die gemeinschaftliche Verbundenheit in der Liebe und der geschwisterliche Dialog überwinden die Versuchung, die eigene Meinung in den Mittelpunkt zu stellen. Sie lösen die Schwierigkeiten, die unvermeidlich auf dem Weg auftreten, und bauen die Einheit des einen Leibes Christi auf. Dies ist eine wichtige Lehre über die christliche Kommunion, die für das Leben der Kirche grundlegend wurde.