Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Gedenktag des heiligen Priesters und Märtyrers der Liebe Maximilian Kolbe. Im Konzentrationslager Auschwitz nahm er im Jahr 1941 den Tod auf sich, um einem anderen Mann das Leben zu retten.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Deuteronomium 34,1-12

Mose stieg aus den Steppen von Moab hinauf auf den Nebo, den Gipfel des Pisga gegenüber Jericho, und der HERR zeigte ihm das ganze Land. Er zeigte ihm Gilead bis nach Dan hin, ganz Naftali, das Gebiet von Efraim und Manasse, ganz Juda bis zum Mittelmeer, den Negeb und die Jordangegend, den Talgraben von Jericho, der Palmenstadt, bis Zoar. Der HERR sagte zu ihm: Das ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob versprochen habe mit dem Schwur: Deinen Nachkommen werde ich es geben. Ich habe es dich mit deinen Augen schauen lassen. Hinüberziehen wirst du nicht. Danach starb Mose, der Knecht des HERRN, dort in Moab, wie es der HERR bestimmt hatte. Man begrub ihn im Tal, in Moab, gegenüber Bet-Pegor. Bis heute kennt niemand sein Grab. Mose war hundertzwanzig Jahre alt, als er starb. Sein Auge war noch nicht getrübt, seine Frische war noch nicht geschwunden. Die Israeliten beweinten Mose dreißig Tage lang in den Steppen von Moab. Danach war die Zeit des Weinens und der Klage um Mose beendet. Josua, der Sohn Nuns, war vom Geist der Weisheit erfüllt, denn Mose hatte ihm die Hände aufgelegt. Die Israeliten hörten auf ihn und taten, was der HERR dem Mose aufgetragen hatte. Niemals wieder ist in Israel ein Prophet wie Mose aufgetreten. Ihn hat der HERR von Angesicht zu Angesicht erkannt, für all die Zeichen und Wunder, die er in Ägypten im Auftrag des HERRN am Pharao, an seinem ganzen Hof und an seinem ganzen Land getan hat, zu all den Beweisen seiner starken Hand und zu all den Furcht erregenden und großen Taten, die Mose vor den Augen von ganz Israel vollbracht hat.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Erst nachdem Mose zum Volk gesprochen und seine Aufgabe an seinen Nachfolger übergeben hat, zeigt Gott ihm das ganze Land, das er gesucht und von dem er geträumt hat. Nicht zu besitzen, nicht zu berühren, nicht alles konkret zu erfahren, heißt nicht, dass man sich nicht an dem freuen und das finden kann, woran man geglaubt hat und was wahr geworden ist! Besitzen ist nicht immer dasselbe wie Begreifen und Bewahren! Wie viele Enttäuschungen erwachsen gerade aus dem Stolz, der uns glauben macht, was wir uns aneignen, gehöre uns, und was wir nicht kontrollieren können, sei unnütz. Wie oft geben wir der Hoffnung keine Chance und können uns über das viele, das wir haben, nicht freuen. Mose stieg auf den Gipfel des Nebo, und von dort aus zeigte ihm der Herr das ganze Land. Es scheint, als wolle der Herr den Mose beruhigen und ihm versichern, dass seine Hoffnung und die Früchte seines Weges nicht verloren sind, nur weil er sie nicht direkt besitzen wird! Gott verheißt, was der Mensch wirklich sucht: die Zukunft, Nachkommen, das, was über die Grenzen der eigenen Person hinausgeht! Nicht von ungefähr erzählt das Buch Deuteronomium, dass trotz seiner Jahre Moses Auge nicht getrübt und seine Frische nicht geschwunden war. Josua führt seine Aufgabe weiter, weil Mose ihm die Hände aufgelegt hatte. Wer alles für sich behalten will, verliert es und nimmt es den anderen weg. Das Buch endet mit dem Hinweis, dass in Israel niemals wieder ein Prophet wie Mose aufgetreten ist - er, mit dem der Herr von Angesicht zu Angesicht redete. Dennoch ist nicht einmal sein Grab erhalten, und zwar gerade weil er sich bis zum Ende in aller Demut nur als Diener Gottes betrachtet hat. Deshalb hat er bleibende Früchte gebracht. Den anderen Platz zu machen und zu tun, worum der Herr uns bittet, auch wenn es nach menschlichem Ermessen unbedeutend oder sogar enttäuschend scheint - das ist die wahre Antwort auf die Frage nach der Ewigkeit und nach der Fülle, die unser Leben in sich birgt.