Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Gedenktag des heiligen Augustinus († 430); er war Bischof von Hippo im heutigen Algerien und Kirchenlehrer.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an die Thessalonicher 2,9-13

Ihr erinnert euch, Brüder und Schwestern, wie wir uns gemüht und geplagt haben. Bei Tag und Nacht haben wir gearbeitet, um keinem von euch zur Last zu fallen, und haben euch so das Evangelium Gottes verkündet. Ihr seid Zeugen und auch Gott ist Zeuge, wie gottgefällig, gerecht und untadelig wir uns euch, den Glaubenden, gegenüber verhalten haben. Ihr wisst auch, dass wir, wie ein Vater seine Kinder, jeden Einzelnen von euch ermahnt, ermutigt und beschworen haben zu leben, wie es Gottes würdig ist, der euch zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit beruft. Darum danken wir Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes, das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt, nicht als Menschenwort, sondern - was es in Wahrheit ist - als Gottes Wort angenommen habt; und jetzt ist es in euch, den Glaubenden, wirksam.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Während er an die Anfänge der Gemeinde von Thessalonich zurückdenkt, macht Paulus deutlich, dass dies eine Zeit des Aufbaus gewesen ist, der durch geduldige pastorale Arbeit und unter Einsatz aller verfügbaren Kraft und Zeit erfolgte. Normalerweise konnte er erst am späten Abend mit der apostolischen Tätigkeit beginnen, weil "diese Hände hier" (Apg 20,34) tagsüber arbeiten mussten, um sein Brot zu verdienen und "keinem von euch zur Last zu fallen". Er wollte jeglichen Verdacht der Habgier und persönlichen Vorteilsnahme vermeiden (vgl. 2,3.5), damit seine Verkündigung glaubwürdig war. Deshalb kann er die Thessalonicher so wirkungsvoll ermahnen, ermuntern, ermutigen und beschwören, "Gottes würdig" zu sein und somit an seinem Reich teilzuhaben. Paulus verwendet das Bild einer väterlichen Zuneigung: "Ihr wisst auch, dass wir, wie ein Vater seine Kinder, jeden Einzelnen von euch ermahnt, ermutigt und beschworen haben zu leben, wie es Gottes würdig ist". Da er sich seiner Vaterschaft bewusst ist, trägt Paulus Verantwortung für das Glaubenswachstum derer, die ihm anvertraut sind. Deshalb ermahnt, ermutigt und beschwört er sie. Ihr Wachstum ist sein Trost. Nicht zufällig erinnert der Apostel hier an den Sinn seiner Verkündigung. Wort-Gottes-Verkündigung und Vaterschaft sind eng miteinander verbunden. In der Kirche ist die Verkündigung nicht dazu bestimmt, Erstaunen oder Bewunderung zu erregen. Die Verkündigung soll das Wort Gottes bis an die Schwelle der Herzen der Zuhörer tragen, damit es in die Herzen eintritt und sie verwandelt. Das ist der tiefgreifende Unterschied zwischen Menschenwort und Gotteswort: Die Verkündigung ist keine rhetorische Übung, sondern besteht darin, den Herzen der Zuhörer - und wer verkündigt, muss selbst zuallererst Zuhörer sein -Gottes eigenes Wort zu bringen, das unseren Schritten Licht und uns die Kraft gibt, mit unserer Liebe die Welt zu verändern.