Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an die Thessalonicher 4,1-8

Im Übrigen, Brüder und Schwestern, bitten und ermahnen wir euch im Namen Jesu, des Herrn: Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen, und ihr lebt auch so; werdet darin noch vollkommener! Ihr wisst ja, welche Ermahnungen wir euch im Auftrag Jesu, des Herrn, gegeben haben. Das ist es, was Gott will: eure Heiligung - dass ihr die Unzucht meidet, dass jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren, nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen, und dass keiner seinen Bruder bei Geschäften betrügt und übervorteilt, denn all das rächt der Herr, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht dazu berufen, unrein zu leben, sondern heilig zu sein. Wer das verwirft, der verwirft also nicht Menschen, sondern Gott, der euch seinen Heiligen Geist schenkt.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Zu Beginn dieses Briefabschnitts beruft Paulus sich auf die Autorität Jesu. In seinem Namen zeigt er auf, wie man leben muss, "um Gott zu gefallen", und "was Gott will". Diese Ermahnung hält er für so entscheidend, dass er sie wie ein Gebet vorträgt. Die Thessalonicher wissen bereits, wie sie sich verhalten müssen, um Gott zu gefallen, denn der Apostel selbst hatte es ihnen durch sein Beispiel und durch seine Lehre gezeigt, als er bei ihnen war. Auf diesem Weg sollen sie bleiben, ja sich noch mehr auszeichnen und ihn durchlaufen bis zur Heiligkeit. Der Wille Gottes ist unsere Heiligung, das heißt, dass wir in allem Gott angehören und deshalb der Welt fern und von ihren Fesseln befreit sind. Paulus mahnt die Thessalonicher zu einem Verhalten, das die Würde ihres Leibes und die Heiligkeit der Ehe respektiert. Entscheidend ist, dass sie die heidnische Mentalität aufgeben, die sie zu Sklaven ihrer selbst und ihrer Triebe macht. Dann warnt er vor Gewinnsucht und Begierde, die dazu verleiten, sich über die anderen zu erheben und sie zu demütigen. Gott, schreibt der Apostel weiter, "hat uns nicht dazu berufen, unrein zu leben, sondern heilig zu sein". Wer diese Regeln geringschätzt, schätzt daher Gott selbst gering; wer aber an der Heiligkeit festhält, der bleibt in der Liebe. Wenn die Liebe der von Gott in das Herz der Gläubigen ausgegossene Geist ist, dann ist der innere Lehrer, der jeden Jünger anleitet, der Geist selbst. Die geschwisterliche Liebe nämlich ist keine Vorschrift der Menschen, sondern das neue Gebot, das Jesus den Jüngern aller Epochen gegeben und das er zum Erkennungsmerkmal ihrer Zugehörigkeit zu ihm gemacht hat. Sie ist ein Geschenk, das auf immer umfassendere Weise gelebt werden muss. Niemand kann sich auf der Liebe ausruhen, die schon da ist. Die Liebe selbst drängt darauf, zu wachsen und sich immer weiter auszubreiten. Schließlich ermahnt der Apostel die Thessalonicher, ein ruhiges, das heißt dem Willen Gottes anheimgegebenes Leben zu führen und sich Fremden gegenüber durch "ein rechtschaffenes Leben" auszuzeichnen. Dies erinnert an das, was die Apostelgeschichte über die ersten Christen in Jerusalem sagt, die "Gunst beim ganzen Volk" fanden (Apg 2,47).