Gedenken an die Kirche

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Kolosser 3,12-17

Bekleidet euch also, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigem Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Vor allem bekleidet euch mit der Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist! Und der Friede Christi triumphiere in euren Herzen. Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar! Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. In aller Weisheit belehrt und ermahnt einander! Singt Gott Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder in Dankbarkeit in euren Herzen! Alles, was ihr in Wort oder Werk tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Dankt Gott, dem Vater, durch ihn!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel nennt die Christen "Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte". Von Gottes Liebe gezeugt, sind die Glaubenden dazu ausersehen worden, ihm zu gehören und sich als geliebte Söhne und Töchter seiner Liebe zu erfreuen. Wenn Christus, das vollkommene Ebenbild Gottes, das Ein und Alles im Leben des Gläubigen geworden ist, dann muss dieser sich das Verhalten Christi zu eigen machen und ihm immer ähnlicher werden. Nicht von ungefähr erinnern die fünf Tugenden, die der Apostel zu Beginn dieses Abschnitts anspricht, an Gottes und Christi eigenes Handeln gegenüber Israel. Zwei Verhaltensweisen hebt der Apostel besonders hervor: einander zu ertragen und zu vergeben. Die Liebe erträgt und vergibt, weil ihr Ziel die Gemeinschaft unter den Brüdern und Schwestern und die Einheit der Gemeinde ist. Für den Apostel ist die Liebe weniger eine Tugend als vielmehr Gottes eigener Geist, der in das Herz des Gläubigen ausgegossen wird. Paulus spricht bildhaft von der Kleidung und fordert die Christen dazu auf, die Liebe Gottes wie eine Art Mantel, der sie alle bedeckt, über die zuvor genannten Tugenden zu breiten. Denn die Liebe ist "das Band der Vollkommenheit", das heißt die Bindung, die alle Tugenden zusammenhält und der Gemeinschaft unter den Brüdern und Schwestern Dichte und Festigkeit gibt. Die Agape - die Gemeinschaft mit Gott und mit den Brüdern und Schwestern - ist die Quelle aller Tugenden und das Ziel, auf das sie alle hinstreben. Also erinnert der Apostel an die zentrale Bedeutung des Wortes, das in gewisser Weise sogar noch vor der Liebe kommt, weil die Kirche vom Wort Gottes lebt, durch das Jesus selbst unter den Jüngern gegenwärtig ist. Das Evangelium ist keine gelehrte Lektüre, sondern Sakrament Christi, Ort der Begegnung zwischen Jesus und dem Glaubenden. Das angenommene und gelebte Wort wird so zum Fundament der Einheit der Gemeinde und zur Quelle der frohen Lieder, die zum Dank für das Geschenk des Heils zu Gott emporsteigen. Aus der Erfahrung der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus, die man in der hörenden und betenden Gemeinde erlebt, erwächst für den Gläubigen der Ansporn, der Liebe keinerlei Grenzen zu setzen, sondern sie überall zu leben.