Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an Timotheus 3,14-16

Ich schreibe dir das in der Hoffnung, schon bald zu dir zu kommen. Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Haus Gottes verhalten muss, welches die Kirche des lebendigen Gottes ist, Säule und Fundament der Wahrheit. Wahrhaftig, groß ist das Geheimnis unserer Frömmigkeit: Er wurde offenbart im Fleisch, gerechtfertigt durch den Geist, geschaut von den Engeln, verkündet unter den Völkern, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus will "schon bald" nach Ephesus kommen, um Timotheus zu treffen, weiß aber, dass sich seine Reise verzögern kann. Für die Zwischenzeit will er ihm präzise Anweisungen für die Organisation der Kirche, das gemeinsame Gebet (1 Tim 2,1-15) und die Wahl der Amtsträger (1 Tim 3,1-13) senden. Die Sorge um die Gemeinden beschäftigt den Apostel ständig. Sie lässt ihn nicht los, auch wenn er physisch von ihnen entfernt ist. Während er an Timotheus schreibt, denkt Paulus auch an die vielen Gemeinden in Kleinasien. Er sorgt sich, ob sie wohl standhaft sind und ob die Welt sie nicht wieder zu verschlingen droht. Deshalb schreibt er, dass die Kirche "Säule und Fundament der Wahrheit" ist, weil Gott sie als ein Fundament in diese Welt hineingestellt hat, auf dem Gottes Offenbarung sichtbar für alle Menschen gegründet steht. Das Zentrum dieser geoffenbarten Wahrheit bildet das "Geheimnis unserer Frömmigkeit", das heißt die Person Jesu Christi selbst, der barmherzig, sanftmütig und von Herzen demütig ist. In sechs kurzen Versen - vielleicht einem Hymnus, der in der Liturgie der damaligen Kirche gesungen wurde - besingt Paulus dieses Geheimnis der Frömmigkeit. Das Geheimnis Christi wird in drei Gegensatzpaaren dargestellt. Das erste, "Fleisch" und "Geist", steht für die menschliche und gleichzeitig göttliche Natur Christi. Dem Offenbarwerden Jesu im "Fleisch" wird die Rechtfertigung "durch den Geist", das heißt seine Auferstehung gegenübergestellt, die den Tod besiegt hat. Durch das Wirken des Geistes verkündet der Vater Jesus, der wie ein Verbrecher am Kreuz hingerichtet worden ist, vor aller Welt als "den Heiligen und Gerechten" (Apg 3,14). Das zweite Wortpaar - "geschaut von den Engeln" und "verkündet unter den Völkern" - bezieht sich auf den Triumph Christi, der in den Himmel aufgefahren und Herrscher über die Geschichte ist und sich folglich nicht auf den Bereich einer historischen Epoche oder eines Volkes beschränken lässt. Deshalb kann sein Evangelium auch den Heiden verkündet werden. Mit dem dritten Gegensatzpaar "geglaubt in der Welt" und "aufgenommen in die Herrlichkeit" besingt Paulus den Sieg Christi, der zur Rechten des Vaters erhöht und verherrlicht worden ist, und erklärt: "Wahrhaftig, groß ist das Geheimnis unserer Frömmigkeit", das Jesus den Händen der Kirche und eines jeden Gläubigen anvertraut hat. Dieses Geheimnis der Frömmigkeit muss die Kirche zu allen Zeiten leben und greifbar werden lassen. Die Welt und jeder Mensch sind darauf angewiesen.