Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an Timotheus 6,2c-12

Wenn einer etwas anderes lehrt und sich nicht an die gesunden Worte Jesu Christi, unseres Herrn, hält und an die Lehre, die unserer Frömmigkeit entspricht, der ist verblendet; er versteht nichts, sondern ist krank vor lauter Auseinandersetzungen und Wortgefechten. Diese führen zu Neid, Streit, Verleumdungen, üblen Verdächtigungen und Gezänk unter den Menschen, deren Denken verdorben ist; diese Leute sind von der Wahrheit abgekommen und meinen, die Frömmigkeit sei ein Mittel, um irdischen Gewinn zu erzielen. Die Frömmigkeit bringt in der Tat reichen Gewinn, wenn man genügsam ist. Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen. Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen. Die aber reich sein wollen, geraten in Versuchung und Verstrickung und in viele sinnlose und schädliche Begierden, welche die Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen. Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht. Nicht wenige, die ihr verfielen, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich viele Qualen bereitet. Du aber, ein Mann Gottes, flieh vor alldem! Strebe vielmehr nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut! Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel warnt Timotheus zum dritten Mal vor denen, die die Lehre des Evangeliums entstellen (vgl. 1 Tim 1,3-20; 4,1-11). Genau genommen trennen sich solche Menschen von der Gemeinde, weil sie sich nicht "an die gesunden Worte" des Herrn halten, an die alleinige Quelle des Heils, die von Sünde und Tod befreit. Wer den eigenen Stolz an die erste Stelle stellt, wird von ihm unterjocht und sieht nur mehr sich selbst. Genau das meint der Apostel, wenn er von der Verblendung spricht, die dazu führt, dass man nichts versteht und krank ist "vor lauter Auseinandersetzungen und Wortgefechten". Ein derart arrogantes und eitles Verhalten ist nicht ungefährlich. Es schadet dem Betreffenden und der gesamten Gemeinde. Der Stolz zerstört die geschwisterliche Liebe, die das vornehmste Merkmal der Gemeinde sein muss. Der Apostel spricht von den bitteren Früchten des Stolzes, nämlich "Neid, Streit, Verleumdungen, üblen Verdächtigungen und Gezänk". Besonders ausdrücklich warnt er davor, dass die Irrlehrer die Frömmigkeit missbrauchen könnten, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen. Für den Jünger trifft das Gegenteil zu: "Die Frömmigkeit aber ist nützlich zu allem: Ihr ist das gegenwärtige und das zukünftige Leben verheißen" (1 Tim 4,8). Ein Leben, das sich von der "Frömmigkeit" des Evangeliums leiten lässt, ist ein reicher Gewinn für die Gegenwart und die Zukunft. Die Frömmigkeit muss jedoch immer mit Sanftmut und Mäßigung einhergehen, sich vor jedweder Geldgier hüten und sich mit dem begnügen, was Gott gegeben hat. Um zu verdeutlichen, wie man die irdischen Güter auf die rechte Weise besitzt, erinnert Paulus an einen Gedanken, der sich schon in der Schrift findet: "Wir haben nichts in die Welt mitgebracht und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen." Dieses Wort fasst eine alte Weisheit zusammen, der zufolge der Mensch die irdischen Güter nicht verachten, aber auch nicht derart überbewerten soll, dass er zu ihrem Sklaven wird.