Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Gedenktag des heiligen Papstes Johannes XXIII. († 1963) und Gedenken an die Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils (1962?1965).


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Joël 1,13-15; 2,1-2

Legt Trauer an und klagt, ihr Priester! Jammert, ihr Diener des Altars! Kommt, verbringt die Nacht im Trauergewand, ihr Diener meines Gottes! Denn Speiseopfer und Trankopfer bleiben dem Haus eures Gottes versagt. Ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus! Versammelt die Ältesten und alle Bewohner des Landes beim Haus des HERRN, eures Gottes, und schreit zum HERRN: Weh, was für ein Tag! Denn der Tag des HERRN ist nahe; er kommt mit der Allgewalt des Allmächtigen. Auf dem Zion stoßt in das Horn, schlagt Lärm auf meinem heiligen Berg! Alle Bewohner des Landes sollen zittern; denn es kommt der Tag des HERRN, ja, er ist nahe, ein Tag des Dunkels und der Finsternis, ein Tag der Wolken und Wetter. Wie das Morgenrot, das sich über die Berge hinbreitet, kommt ein Volk, zahlreich und gewaltig groß, wie es vor ihm noch nie eines gab und nach ihm keines mehr geben wird bis zu den fernsten Geschlechtern.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Prophet Joël lebt - wegen des Krieges oder aufgrund von Naturkatastrophen wie Dürre und Not - in einer schweren Zeit. Der eben gehörte Abschnitt bezieht sich vermutlich auf eine furchtbare Heuschreckenplage, die alles verwüstet hatte. Diese Verwüstung wird als Vorwegnahme des schrecklichen Gerichts am Ende der Zeiten gedeutet. Der Prophet ruft von Neuem zur Umkehr und zu einer außerordentlichen Bußversammlung auf, zu der "alle Bewohner des Landes" zusammenkommen sollen. Laut schallt das prophetische Wort, damit das Volk Israel nicht dem Impuls nachgibt, zu resignieren und nur mehr um sich selbst zu kreisen. Alle sind aufgerufen, sich im Haus des Herrn zu versammeln und mit inständigem Glauben zu beten. Das Gebet wird durch Fasten begleitet, ja das Gebet ist in schweren Zeiten gleichsam selbst ein Fasten, nämlich das Eingeständnis der eigenen Sündhaftigkeit, des eigenen Elends und der eigenen Schwäche. Es sind nicht unsere menschlichen Kräfte, die uns befreien. Nur Gott kann das Heil bringen. Gegenüber der Bosheit dieser Welt besitzen die Gläubigen die wirkungsvolle Waffe des Gebets. Das Gebet ist der Schrei des Armen zu Gott, damit der ihn rettet. Wir sind uns - denn das ist der Sinn des Fastens - unserer Schwäche bewusst, und wir wissen auch um die Kraft, die Gott uns mit dem Gebet geschenkt hat, eine Kraft, die verwandelt und versöhnt. Das hat Jesus seinen Jüngern wieder und wieder gesagt: "Diese Art [von Dämonen] aber kann nur durch Gebet und Fasten ausgetrieben werden" (Mt 17,21). Und weiter unten: "Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten" (Mt 18,19). Das Gebet ist das erste Werk der Gemeinschaft.