Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Gedenken an die Deportation der jüdischen Einwohner von Rom während des Zweiten Weltkrieges.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Römer 2,1-11

Darum bist du unentschuldbar - wer du auch bist, o Mensch - , wenn du richtest. Denn worin du den andern richtest, darin verurteilst du dich selbst, weil du, der Richtende, dasselbe tust. Wir wissen aber, dass Gottes Gericht über alle, die solche Dinge tun, der Wahrheit entspricht. Meinst du etwa, o Mensch, du könntest dem Gericht Gottes entrinnen, wenn du die richtest, die solche Dinge tun, und dasselbe tust wie sie? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr treibt? Weil du aber starrsinnig bist und dein Herz nicht umkehrt, sammelst du Zorn gegen dich für den Tag des Zornes, den Tag der Offenbarung von Gottes gerechtem Gericht. Er wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen: Denen, die beharrlich Gutes tun und Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, gibt er ewiges Leben, denen aber, die selbstsüchtig sind und nicht der Wahrheit gehorchen, sondern der Ungerechtigkeit, widerfährt Zorn und Grimm. Not und Bedrängnis wird das Leben eines jeden Menschen treffen, der das Böse tut, zuerst den Juden, aber ebenso den Griechen; doch Herrlichkeit, Ehre und Friede werden jedem zuteil, der das Gute tut, zuerst dem Juden, aber ebenso dem Griechen; denn es gibt bei Gott kein Ansehen der Person.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus schreibt, dass der Mensch mehr dazu neigt, sich selbst zu dienen als Gott. Das ist ein tiefer Instinkt, der in uns allen steckt, eine Art Götzendienst, der Männer und Frauen zu allen Zeiten betrifft. Diese Einsicht sollte uns eigentlich davor bewahren, voreilig uns selbst und unseren Traditionen recht zu geben. Jesus selbst ermahnt jeden von uns, nicht auf den Splitter im Auge der anderen, sondern auf den Balken in unserem eigenen Auge zu achten. Wir alle sind schwache Männer und Frauen und der Hilfe des Herrn bedürftig. Deshalb schreibt Paulus etwas später in Anlehnung an ein Psalmwort: "Es gibt keinen, der gerecht ist, auch nicht einen" (Röm 3,10). Jesus selbst hat auf die schmeichelhafte Anrede eines Mannes, der ihn "Guter Meister" nannte, geantwortet: "Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer der eine Gott" (Mk 10,18). Schon unsere eigene Armseligkeit müsste uns davon abhalten, uns zu Richtern über die anderen aufzuwerfen. "O Mensch" - mit dieser direkten Anrede wendet sich Paulus an alle Menschen und findet strenge Worte für die, die erbarmungslos urteilen. Mit Blick auf die Gläubigen erhebt er Anklage: Sie richten über andere, begehen dann aber dieselben Taten und verhalten sich genau wie die, denen sie ihr Urteil aufbürden. Wenn sie das tun, sind sie nicht nur grausam, sondern vergessen, dass es einen Richter gibt, der bei seinem Urteil den richtigen Maßstab anlegt - nämlich Gott. "Er wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen ...; denn es gibt bei Gott kein Ansehen der Person." Der Apostel erinnert auch uns Gläubige daran, dass wir auf Vergebung, das heißt darauf angewiesen sind, dass Gott barmherzig und liebevoll urteilt. Wir alle brauchen Gottes Erbarmen. Sein Erbarmen ist unsere Rettung.