Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Römer 6,12-18

Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblichen Leib herrschen, sodass ihr seinen Begierden gehorcht. Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes! Denn die Sünde wird nicht mehr über euch herrschen; denn ihr steht nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade. Was heißt das nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz stehen, sondern unter der Gnade? Keineswegs! Wisst ihr nicht: Wenn ihr euch als Sklaven zum Gehorsam verpflichtet, dann seid ihr Sklaven dessen, dem ihr gehorchen müsst; ihr seid entweder Sklaven der Sünde, die zum Tod führt, oder des Gehorsams, der zur Gerechtigkeit führt. Gott aber sei Dank; denn ihr wart Sklaven der Sünde, seid jedoch von Herzen der Gestalt der Lehre gehorsam geworden, an die ihr übergeben wurdet. Ihr wurdet aus der Macht der Sünde befreit und seid zu Sklaven der Gerechtigkeit geworden.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel hatte erklärt, dass die Gläubigen "für die Sünde tot" sind, weil ihnen das Gnadenereignis der Taufe widerfahren ist, das sie zu Teilhabern am Ostern Christi hat werden lassen. Nun macht er deutlich, dass dieses Gnadenereignis nicht wie durch Zauberei in den Gläubigen wirkt, sondern eine Dynamik der Verantwortung in ihnen anstößt. Obwohl sie "für die Sünde tot" sind, müssen die Gläubigen darauf achten, dass sie sich im alltäglichen Leben nicht von der Sünde beherrschen lassen. Den Christen wird die Kraft, wird ausreichend Energie gegeben, um sich der Sünde und der verkehrten Logik zu widersetzen, mit der sie das Herz der Menschen beherrschen will. Der Apostel ruft also dazu auf, sich zwischen dem Gehorsam gegenüber dem alten, instinktgeleiteten Menschen und dem Gehorsam gegenüber dem neuen, vom Geist gelenkten Menschen zu entscheiden. Während Ersterer ein instinktiver Gehorsam und mithin eine Art Sklavendasein ist, verlangt Letzterer eine wache und beharrliche Entscheidung und Aufmerksamkeit. Das Leben des Gläubigen ist immer ein Kampf zwischen diesen beiden Kräften - derselbe Kampf, den auch Jesus gegen das Böse gekämpft hat, um es schließlich zu besiegen. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat Jesus die Sünde ihrer unwiderstehlichen Macht beraubt. Das Böse ist endgültig besiegt. Dennoch liegt es immer im Hinterhalt, wie das Buch Genesis schreibt: "Wenn du nicht gut handelst, lauert an der Tür die Sünde" (Gen 4,7). Wenn der Glaubende sich entschließt, dem Geist zu gehorchen, wird sein Leben zu einem großzügigen und freudigen Geschenk für den Herrn und für seine Mitmenschen. Jesus selbst hat sein irdisches Dasein zum Heil eines jeden Menschen als ein vollkommenes Geschenk an den Vater gelebt. Wir, die Jünger der letzten Stunde, sind aufgerufen, ihm auf diesem Weg nachzufolgen. Es ist der einzige Weg zur Freiheit von der Herrschaft der Sünde, die uns mit allen Mitteln ihren Begehrlichkeiten zu unterwerfen sucht. Doch der Herr, der unsere Schwäche kennt, schenkt uns seine Gnade im Überfluss.