Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Römer 7,18-25a

Ich weiß nämlich, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt: Das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das vollbringe ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, dann bin nicht mehr ich es, der es bewirkt, sondern die in mir wohnende Sünde. Ich stoße also auf das Gesetz, dass in mir das Böse vorhanden ist, obwohl ich das Gute tun will. Denn in meinem Innern freue ich mich am Gesetz Gottes, ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich gefangen hält im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern herrscht. Ich elender Mensch! Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten? Dank aber sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Es ergibt sich also, dass ich mit meiner Vernunft dem Gesetz Gottes diene, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In diesem Abschnitt aus dem Römerbrief stellt der Apostel Paulus einen engen Zusammenhang zwischen Gesetz, Sünde und Tod her. Das ist jedoch nicht seinem Pessimismus geschuldet. Die Erfahrung, die der Apostel beschreibt, finden wir im Leben eines jeden von uns wieder: "Das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das vollbringe ich". Es scheint, als erkenne sich das Ich in seinem eigenen Verhalten nicht wieder. Sich diesen Widerspruch jedoch bewusst zu machen, der tief im Leben jedes Einzelnen verwurzelt ist, heißt, unsere grundlegende Begrenztheit und Endlichkeit zu erfassen. Genau hier aber entsteht das Gebet zum Herrn, damit er unserer Schwäche zu Hilfe kommt. Den ersten Kampf, zu dem der Gläubige berufen ist, trägt er in seinem eigenen Inneren, in seinem eigenen Herzen, in seinem eigenen Leben aus, damit der fleischliche Mensch nicht die Oberhand gewinnt, sondern der geistliche Mensch von Tag zu Tag wächst. Das Bewusstsein der eigenen Schwäche drängt uns, uns an Gott zu wenden, der niemandem, der ihn gläubig darum bittet, sein Wort und seine Hilfe vorenthält. Die abschließende Frage "Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten?" ist wie ein angstvolles Gebet zum Herrn. Der Apostel, der sich seiner Schwäche bewusst ist, weiß genau, dass nur der Herr ihn aus der Spirale des Bösen befreien kann. So beantwortet er selbst seine Frage mit einem Bekenntnis seines Glaubens an Gott. Er weiß, dass der ihn nicht verlässt, und dankt ihm dafür: "Dank aber sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!"