Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Weihetag der Basilika Santa Maria in Trastevere, in der die Gemeinschaft Sant'Egidio jeden Abend betet.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch der Weisheit 13,1-9

Ohne Verstand waren von Natur aus alle Menschen, denen die Gotteserkenntnis fehlte. Aus den sichtbaren Gütern vermochten sie nicht den Seienden zu erkennen. Beim Anblick der Werke erkannten sie den Meister nicht, sondern hielten das Feuer, den Wind, die flüchtige Luft, den Kreis der Gestirne, die gewaltige Flut oder die Welt beherrschenden Himmelsleuchten für Götter. Wenn sie diese, entzückt über ihre Schönheit, schon für Götter hielten, dann hätten sie auch erkennen sollen, wie viel besser ihr Gebieter ist, denn der Urheber der Schönheit hat sie erschaffen. Und wenn sie über ihre Macht und Wirkkraft in Staunen gerieten, dann hätten sie auch erkennen sollen, wie viel mächtiger jener ist, der sie geschaffen hat; denn aus der Größe und Schönheit der Geschöpfe wird in Entsprechung ihr Schöpfer erschaut. Dennoch trifft sie nur geringer Tadel: Vielleicht suchen sie Gott und wollen ihn finden, gehen aber dabei in die Irre. Sie verweilen bei der Erforschung seiner Werke und lassen sich durch den Augenschein täuschen; denn schön ist, was sie schauen. Doch auch sie sind unentschuldbar; wenn sie durch ihren Verstand schon fähig waren, die Welt zu erforschen, warum fanden sie dann nicht eher den Gebieter von alldem?

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In diesem Kapitel beginnt eine lange Reihe von Anklagen gegen den Götzendienst, wie um zu begründen, weshalb Gott überhaupt gegen die Ägypter eingreifen musste. Es scheint, als wolle der Verfasser des Buches noch einmal über das nachdenken, was in den ersten Kapiteln des Buches Exodus erzählt wird, und dabei mit allem Nachdruck deutlich machen, dass Gottes Vorgehen gegen Ägypten gerechtfertigt, aber keine endgültige Bestrafung war. In einer pluralistischen und gebildeten Welt wie der, in der das Buch der Weisheit geschrieben worden ist, will der Text vor der Gefahr der falschen Götter warnen, von denen die hellenistische Welt bevölkert war, und gleichzeitig die Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes bekräftigen, der auch den Feinden seines Volkes immer und immer wieder die Chance gibt, sein Wort zu hören und sich eines Besseren zu besinnen. Der Text beschreibt die Torheit derer, die die Götzenbilder zunächst selbst herstellen und sie dann verehren. In Anlehnung an Psalm 115 will der Verfasser die Nutzlosigkeit der Götzenbilder aufzeigen, die von Menschenhand gemacht und damit bereits im Moment ihrer Entstehung tot sind. Heute gibt es viele andere menschengemachte Götzen, die wir nicht nur verehren, sondern denen wir manchmal sogar unser Leben opfern. Man braucht nur an die Götzen des Reichtums oder der Macht, des Konsums oder des Wohlstands, der Schönheit oder der Gesundheit, der Arbeit oder des Erfolgs zu denken. Auf diese neue Götzenverehrung reagiert das Wort Gottes nicht mit Stillschweigen, sondern sogar mit Strenge. Gleichwohl verurteilt es die, die sich von diesen neuen Götzen versklaven lassen, nicht endgültig, sondern ist barmherzig, wie der Verfasser andeutet: "Dennoch trifft sie nur geringer Tadel: Vielleicht suchen sie Gott und wollen ihn finden, gehen aber dabei in die Irre."