Gebet für die Kranken

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das erste Buch Samuel 1,1-8

Einst lebte ein Mann aus Ramatajim, ein Zufiter vom Gebirge Efraim. Er hieß Elkana und war ein Sohn Jerohams, des Sohnes Elihus, des Sohnes Tohus, des Sohnes Zufs, ein Efraimiter. Er hatte zwei Frauen. Die eine hieß Hanna, die andere Peninna. Peninna hatte Kinder, Hanna aber hatte keine Kinder. Dieser Mann zog Jahr für Jahr von seiner Stadt hinauf, um den HERRN der Heerscharen in Schilo anzubeten und ihm zu opfern. Dort waren Hofni und Pinhas, die beiden Söhne Elis, Priester des HERRN. An dem Tag, an dem Elkana das Opfer darbrachte, gab er seiner Frau Peninna und all ihren Söhnen und Töchtern ihre Anteile. Hanna aber gab er einen doppelten Anteil; denn er hatte Hanna lieb, obwohl der HERR ihren Schoß verschlossen hatte. Ihre Rivalin aber kränkte und demütigte sie sehr, weil der HERR ihren Schoß verschlossen hatte. So machte es Elkana Jahr für Jahr. Sooft sie zum Haus des HERRN hinaufzogen, kränkte Peninna sie; und Hanna weinte und aß nichts. Ihr Mann Elkana fragte sie: Hanna, warum weinst du, warum isst du nichts, warum ist dein Herz betrübt? Bin ich dir nicht viel mehr wert als zehn Söhne?

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In den ersten Wochen im Jahreskreis werden in diesem Jahr für die Eucharistiefeier Lesungen aus dem ersten und zweiten Buch Samuel vorgeschlagen. In den letzten Kapiteln des Buches der Richter wird mit Israel eine Gemeinschaft dargestellt, in der die Religion fast keine Rolle mehr spielt (Ri 17-18) und in der moralische Grundsätze nichts mehr bedeuten (Ri 19-21). Dabei besitzt sie nicht die Fähigkeit oder besser gesagt nicht den Willen, aus dieser Situation heraus zu kommen. Das Gebiet, in dem das Volk lebt, ist klein. In dessen Mitte befindet sich Schilo mit der Bundeslade. Israel ist von Völkern umgeben, die Monarchien sind, und so fordert es auch für sich einen König, der es beschützt und verteidigt vor den Angriffen der Nachbarvölker. Das gesamte Buch Samuel ist auf das Kommen eines Königs ausgerichtet, auf David, der das Reich festigen und es von Ägypten bis zum Euphrat ausdehnen wird. Die Geschichte, die zur Königsherrschaft Davids über Israel führt, beginnt mit der Erzählung von einer Frau namens Hanna, die wegen ihrer Unfruchtbarkeit traurig und niedergeschlagen ist. Der Übergang Israels aus den Schwierigkeiten zum Wohlstand beginnt nicht mit einer großartigen Theorie und auch nicht in einem glänzenden Palast. Er ist kein menschlicher Verdienst. Die Familie Elkanas hatte zwar eine große Vergangenheit, wie man aus dem Stammbaum verstehen kann. Doch sie ist dazu bestimmt, keine Zukunft zu haben. Zudem scheint es, dass die Unfruchtbarkeit der Ehefrau ein Werk des Herrn ist: „weil der Herr ihren Schoß verschlossen hatte". Die Situation scheint ausweglos. Für Hanna kommen zur Unfruchtbarkeit auch noch die Beleidigungen ihrer Rivalin Peninna, Elkanas zweiter Frau, hinzu. Jedes Jahr, wenn Elkana von seiner Stadt nach Schilo hinauf zog und ein Opfer darbrachte, gab er vom Opfermahl Peninna den Anteil für sie und deren Kinder, und damit mehr Anteile als Hanna, was Peninna sie wahrscheinlich spüren ließ. Trotz der Liebe ihres Mannes wird Hanna sehr niedergeschlagen und verzweifelt, bis dahin, dass sie nichts isst. Die Worte des Ehemanns genügten nicht. Hanna begriff, dass nur der Herr ihr helfen konnte. Gott ist es, der eingreift. Nur mit seiner Hilfe kann sich alles ändern.