Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Fest des Schwarzen Christus von Esquipulas in Guatemala, der in ganz Mittelamerika verehrt wird.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das erste Buch Samuel 3,1-10.19-20

Der junge Samuel versah den Dienst des HERRN unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des HERRN selten; Visionen waren nicht häufig. Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen und Samuel schlief im Tempel des HERRN, wo die Lade Gottes stand. Da rief der HERR den Samuel und Samuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der HERR rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen! Samuel kannte den HERRN noch nicht und das Wort des HERRN war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der HERR den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich ruft, dann antworte: Rede, HERR; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der HERR, trat heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört. Samuel wuchs heran und der HERR war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen. Ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, dass Samuel als Prophet des HERRN beglaubigt war.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der heutige Text beginnt mit einer Bemerkung über Samuel: Er „versah den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis". Unmittelbar danach heißt es: „In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig." Es war eine schwere Zeit in der Geschichte Israels. Alles scheint auf den Untergang Israels zuzugehen, ohne dass die Möglichkeit einer Neugeburt besteht. Das Fehlen einer Prophetie bedeutete, dass Gott selbst abwesend schien und damit ein Licht fehlte, das zeigt, welcher Weg einzuschlagen sei. Weil Worte des Herrn selten waren, war es auch unmöglich, Visionen zu haben, weite und kühne Perspektiven, die eine schöne Zukunft für das ganze Volk Israel sichtbar werden ließen. Diese Überlegungen könnten auch auf unsere Tage übertragen werden. Auch heute sind Visionen selten; wer träumt schon von einer gerechteren und menschlicheren Welt, die nicht von so vielen Ungerechtigkeiten geprägt ist? Wir befinden uns in einer globalen Welt, aber es fehlen universale Visionen, die die ganze Menschheitsfamilie umfassen. Der Priester Eli, der doch Visionen hätte haben müssen, war alt und blind geworden und lebte zurückgezogen in seinem Zimmer. Samuel war noch jung. Trotzdem - so heißt es im heiligen Text - war „die Lampe Gottes ... noch nicht erloschen". Der Herr wachte über sein Volk. Seine Liebe ist nämlich weit größer als die seiner Kinder. Und so ruft der Herr Samuel, während er schläft. Dreimal hört Samuel den Ruf Gottes, und jedes Mal läuft er zu Eli. Beim dritten Mal sagt ihm der Priester, was er tun soll. Samuel lebt zwar seit Jahren im Heiligtum in direktem Kontakt zum Hohenpriester, aber er kennt den Herrn noch nicht. Man kann vieles über Gott wissen und trotzdem keinen persönlichen Kontakt mit ihm haben. Drei Mal, das bedeutet mehrere Male, hörte Samuel die Stimme des Herrn. Und mit Hilfe des alten Eli antwortete er schließlich: „Rede, denn dein Diener hört." Er erhielt die Offenbarung Gottes. Seit diesem Moment ist das Wort Gottes nicht mehr selten. Durch ihn wurde das Wort sogar zu einer Kraft der Veränderung. Die Anmerkung des heiligen Autors ist voller Sinnhaftigkeit: „Samuel wuchs heran und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen". Dies ist eine Ermahnung für jeden Gläubigen, dass wir wie Samuel heranwachsen, indem wir den Herrn auf unserer Seite wissen und keines seiner Worte ins Leere fallen lassen. Der Herr vertraut jedem von uns die Kraft seines Wortes an, damit sie wirksam wird.