Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Gedenken an Modesta, eine Obdachlose, die man am Bahnhof Termini 1983 in Rom sterben ließ. Ihr wurde nicht geholfen, weil sie schmutzig war. Mit ihr gedenken wir aller, die obdachlos und ohne Hilfe auf der Straße sterben.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das zweite Buch Samuel 11,1-4.5-10.13-17

Um die Jahreswende, zu der Zeit, in der die Könige in den Krieg ziehen, schickte David Joab mit seinen Knechten und ganz Israel aus und sie verwüsteten das Land der Ammoniter und belagerten Rabba. David selbst aber blieb in Jerusalem. Als David einmal zur Abendzeit von seinem Lager aufstand und auf dem Flachdach des Königspalastes hin- und herging, sah er von dort aus eine Frau, die badete. Die Frau war sehr schön anzusehen. David schickte jemand hin, erkundigte sich nach ihr und sagte: Ist das nicht Batseba, die Tochter Ammiëls, die Frau des Hetiters Urija? Darauf schickte David Boten zu ihr und ließ sie holen; sie kam zu ihm und er schlief mit ihr - sie hatte sich gerade von ihrer Unreinheit gereinigt. Dann kehrte sie in ihr Haus zurück. Die Frau war aber schwanger geworden und schickte deshalb zu David und ließ ihm mitteilen: Ich bin schwanger. Darauf sandte David zu Joab und ließ ihm sagen: Schick den Hetiter Urija zu mir! Und Joab schickte Urija zu David. Als Urija zu ihm kam, fragte David, ob es Joab und dem Volk gut gehe und wie es mit dem Kampf stehe. Dann sagte er zu Urija: Geh in dein Haus hinab und wasch dir die Füße! Urija verließ das Haus des Königs und es wurde ihm ein Geschenk des Königs nachgetragen. Urija aber legte sich am Tor des Königshauses bei den Knechten seines Herrn nieder und ging nicht in sein Haus hinab. Man berichtete David: Urija ist nicht in sein Haus hinabgegangen. Darauf sagte David zu Urija: Bist du nicht gerade von einer Reise gekommen? Warum bist du nicht in dein Haus hinuntergegangen? David lud ihn ein, bei ihm zu essen und zu trinken, und machte ihn betrunken. Am Abend aber ging Urija weg, um sich wieder auf seinem Lager bei den Knechten seines Herrn niederzulegen; er ging nicht in sein Haus hinab. Am anderen Morgen schrieb David einen Brief an Joab und ließ ihn durch Urija überbringen. Er schrieb in dem Brief: Stellt Urija nach vorn, wo der Kampf am heftigsten ist, dann zieht euch von ihm zurück, sodass er getroffen wird und den Tod findet! Joab hatte die Stadt beobachtet und er stellte Urija an einen Platz, von dem er wusste, dass dort besonders tüchtige Krieger standen. Als dann die Leute aus der Stadt einen Ausfall machten und gegen Joab kämpften, fielen einige vom Volk, das heißt von den Kriegern Davids; auch der Hetiter Urija fand den Tod.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dieser Abschnitt berichtet über die demütigende Sünde Davids. Es war nicht nur eine einmalige Tat, sondern eine Kette von Schuld, durch die David immer mehr in Verstrickungen geriet und schließlich sogar einen Mord beging. Die Versuchung, das Nachgeben, der Ehebruch, der Verrat an einem seiner tapfersten Offiziere, der Zynismus, die anschließende Verstellung und die begangene Ungerechtigkeit - diese Etappen zeigen die grenzenlose Fähigkeit des menschlichen Herzens, das Böse zu tun, wenn es nicht wachsam ist und bereit, die Kette der Versuchungen zu durchbrechen. Die tragischen Ereignisse nehmen ihren Ausgangspunkt bei der Unternehmungslust des Königs zur Jahreswende, einer Zeit, in der die Könige in den Krieg ziehen. Während David sein Heer in den Kampf gegen die Ammoniter schickt, bleibt er in Jerusalem, um seine Ruhe zu genießen. Das ist der erste Schritt der Versuchung. Die Entscheidung, an seine eigene Zufriedenheit zu denken, führt David auf den Weg der Sünde. Er schaut einer Frau bei ihrem rituellen Reinigungsbad zu und findet Gefallen an ihr und lässt blind alle Bedenken fallen, um sie zu besitzen. Er achtet weder auf Gott, der ihm gegenüber wohlwollend war, noch auf seine Position als auserwählter Gesalbter und Oberhaupt des Volkes und auch nicht auf das Böse, das er sich und anderen zufügt. Als David erfährt, dass Batseba schwanger ist, will er Abhilfe schaffen, koste es, was es wolle. Doch sein Herz ist hart geworden, er denkt weder an Gott noch an die anderen. Alles dreht sich für ihn nur darum, sich unbedingt aus dieser unangenehmen Lage zu befreien. Dazu führt er seinen Plan durch. Er will die Frau eines seiner ältesten und treuesten Gefährten zu sich nehmen und ihn bei einer Schlacht in den Tod schicken. Nie zuvor hat ein biblischer Text in so lebendiger Weise die traurige Wirklichkeit eines Menschen beschrieben, der sich aus Angst vor der Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung der Last entledigen will, die ihn bedrückt, und der nicht auf weitere Ungerechtigkeiten achtet, die er ganz unschuldigen Menschen zufügt, weil er sich selbst retten will. David nimmt Batseba zu sich, die seine Frau wird und ihm einen Sohn gebiert. „In den Augen des Herrn aber war böse, was David getan hatte" (2 Sam 11,27). Vor anderen konnte er sein schwerwiegendes Verbrechen verbergen, doch nicht vor Gott, der das Herz sieht (vgl. 1 Sam 16,7).