Gedenken an die Mutter des Herrn

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das erste Buch der Könige 8,22-23.27-30

Dann trat Salomo in Gegenwart der ganzen Versammlung Israels vor den Altar des HERRN, breitete seine Hände zum Himmel aus und betete: HERR, Gott Israels, im Himmel oben und auf der Erde unten gibt es keinen Gott, der so wie du Bund und Huld seinen Knechten bewahrt, die mit ungeteiltem Herzen vor ihm leben. Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe. Wende dich, HERR, mein Gott, dem Beten und Flehen deines Knechtes zu! Höre auf das Rufen und auf das Gebet, das dein Knecht heute vor dir verrichtet! Halte deine Augen offen über diesem Haus bei Nacht und bei Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast, dass dein Name hier wohnen soll! Höre auf das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte verrichtet! Achte auf das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, wenn sie an dieser Stätte beten! Höre sie im Himmel, dem Ort, wo du wohnst! Höre sie und verzeih!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dieses Gebet Salomos bildet den Höhepunkt der Weihe des Tempels. Nachdem er den Herrn für die Erwählung des Hauses David gepriesen hat, die in der Prophetie Natans zum Ausdruck kam (2 Sam 7), richtet Salomo dieses Gebet an Gott, das in der lateinischen Liturgie noch heute für die Weihe von Kirchen gebraucht wird. Der König hat seine Hände zum Himmel ausgebreitet und kniet vor dem Altar, hinter ihm die ganze Versammlung. Das Gebet wird nicht ins Leere geschickt, sondern richtet sich an Gott. Das ist die Bedeutung der Gebetshaltung, die Salomo hier einnimmt. Der Himmel steht für Gottes Erhabenheit gegenüber unserer Geringheit. Salomo, dessen Augen und Hände zum Himmel erhoben sind, bittet den Herrn, das Versprechen zu erfüllen, das er David gegeben hat. Im Blick auf das Tempelgebäude fragt er sich erstaunt, wie es möglich sei, dass Gott auf der Erde wohne. „Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe." Doch Gott hat seinem Volk das Versprechen gegeben, es durch seine ganze Geschichte hindurch zu begleiten. Deswegen fleht Salomo: „Halte deine Augen offen über diesem Haus bei Nacht und bei Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast, dass dein Name hier wohnen soll! Höre auf das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte verrichtet!" Der Tempel wird zum Ort der Anwesenheit Gottes, zum Ort des Erbarmens, zu dem Ort, an dem das Volk den Herrn anrufen kann in der Gewissheit, erhört zu werden, zum Zufluchtsort für die, die Schutz beim Herrn suchen, zu dem Ort, an dem auch der Fremde Schutz findet. Salomo richtet in seinem Gebet sieben Bitten an den Herrn, als wollte er, dass der Tempel das ganze Leben des Volkes Israel umfasse. Denn hier hat der Herr Wohnung genommen und wer hierhin eilt, wird gerettet. Genau darauf bezieht sich Jesus, als er sich als den wahren und endgültigen Tempel bezeichnet, in dem der Herr in seiner ganzen Fülle wohnt. Salomos Bauwerk weist auf diesen Tempel hin, den Gott dann selbst verwirklicht hat, indem das „Wort ... Fleisch geworden" ist und „unter uns gewohnt" hat (Joh 1,14). Mit Jesus bricht die Fülle der Zeiten an und Gott wohnt endgültig unter den Menschen.