Gedenken an die Mutter des Herrn

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief des Jakobus 1,12-18

Selig der Mann, der in der Versuchung standhält. Denn wenn er sich bewährt, wird er den Kranz des Lebens erhalten, der denen verheißen ist, die Gott lieben. Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott lässt sich nicht zum Bösen versuchen, er führt aber auch selbst niemanden in Versuchung. Vielmehr wird jeder von seiner eigenen Begierde in Versuchung geführt, die ihn lockt und fängt. Wenn die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; ist die Sünde reif geworden, bringt sie den Tod hervor. Lasst euch nicht irreführen, meine geliebten Brüder und Schwestern: Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, vom Vater der Gestirne, bei dem es keine Veränderung oder Verfinsterung gibt. Aus freiem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir eine Erstlingsfrucht seiner Schöpfung seien.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

„Selig der Mann, der in der Versuchung standhält", schreibt Jakobus. Jesus war der erste, der den „Kranz des Lebens" erhalten hat. Die Versuchungen werden nicht von Gott geschickt. Der Brief sagt das mit aller Deutlichkeit: „Gott ... führt ... selbst niemanden in Versuchung." So heißt es in der neuen italienischen Übersetzung des Vaterunsers zu Recht nicht mehr „und führe uns nicht in Versuchung", sondern „lass uns nicht in Versuchung geraten", denn Gott führt den Menschen nicht in Versuchung. Wie oft hören wir andere sagen - und denken es manchmal auch selbst - dass das Übel von Gott komme. Doch das Böse entspringt einem Herzen, das seinen Leidenschaften nachgibt, das sich also von der Versuchung mitreißen lässt, nur noch an sich selbst zu denken. Wenn man der Anziehung und Verlockung dieser Leidenschaften nachgibt, verfällt man der Sünde wie Kain, der seinen Instinkt nicht zu beherrschen vermochte und am Ende sogar seinen Bruder erschlug. Der Apostel erinnert uns daran, dass es verrückt ist, zu glauben, man könne die Leidenschaften oder gar die Sünde unter Kontrolle behalten. In Wirklichkeit zerren uns die Instinkte und die Selbstliebe hinter sich her. Manchmal hegen wir die törichte Überzeugung, das Böse beherrschen, es kontrollieren zu können wie so viele Gewohnheiten, Gedanken, Traditionen, von denen wir glauben, dass wir sie im Zaum halten können, während tatsächlich sie uns beherrschen. Doch der Brief erinnert daran, dass wir uns dem Herrn anvertrauen und so den Angriff des Bösen überwinden können. Der Vater des Lichts ist weder unsicher noch zweifelnd, bei ihm gibt es keine Schwankungen oder Veränderungen, trotz der vielen Enttäuschungen, die wir ihm bereiten. Jakobus betont, dass der Herr, der Himmel und Erde erschaffen hat, seine Gaben in Fülle an die Menschen austeilt. Vor allem aber hat er uns „durch das Wort der Wahrheit geboren" und tut dies weiter. Die Verkündigung des Evangeliums ist gleichsam das mütterliche Prinzip, das uns zu neuem Leben gebiert. Wir sind die Erstlingsfrucht der Kinder Gottes, Sprösslinge der neuen Schöpfung.