Gedenken an den gekreuzigten Jesus

Teilen Auf


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Buch Jeremia 20,10-13

Ich hörte die Verleumdung der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihn überwältigen und an ihm Rache nehmen können. Doch der HERR steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und können nicht überwältigen. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger, unvergesslicher Schmach. Aber der HERR der Heerscharen prüft den Gerechten, er sieht Nieren und Herz. Ich werde deine Vergeltung an ihnen sehen; denn dir habe ich meinen Rechtsstreit anvertraut. Singt dem HERRN, rühmt den HERRN; denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter. -

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der heutige Abschnitt gehört zum letzten und dramatischsten Teil der „Bekenntnisse" des Jeremia. Der Text trägt Züge eines Gebetes des Propheten, nachdem er ausgepeitscht und die ganze Nacht ins Gefängnis gesperrt wurde. Jeremia spricht von einem Konflikt zwischen seiner prophetischen Mission und dem gegen ihn auftretenden Widerstand. Er fühlt sich unverstanden, vollkommen verlassen und sieht ausschließlich Feinde um sich herum. Selbst die früheren Freunde lauern nur noch auf seinen Fall, als wollten sie sich daran erfreuen. Trotz dieser Feindseligkeit ringsum lässt Jeremia nicht den Mut sinken und stärkt sein Vertrauen auf den Herrn: „Doch der HERR steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und können nicht überwältigen." Die Schwierigkeiten führen nicht dazu, dass er sich verschließt und Groll und Wut in sich ansammelt. Allenfalls bleibt die Empörung über die Herzenshärte der Israeliten, die ihn jedoch im Prophetendienst bestätigt. Er weiß den Herrn an seiner Seite. In einer noch im Denken des Ersten Testaments verwurzelten Perspektive wünscht sein Gebet Rache an den Feinden, was in der Sichtweise des Evangeliums zur Bitte um Vergebung werden wird, damit die Feinde das Erbarmen Gottes erfahren und ihr Leben ändern.