Montag der Karwoche

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Montag der Karwoche
Gedenken an die Märtyrer für das Evangelium.


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Evangelium nach Johannes 12,1-11

Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den er von den Toten auferweckt hatte. Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren. Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihren Haaren. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt. Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später auslieferte, sagte: Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte. Jesus jedoch sagte: Lass sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt! Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer. Eine große Menge der Juden hatte erfahren, dass Jesus dort war, und sie kamen, jedoch nicht nur um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte. Die Hohepriester aber beschlossen, auch Lazarus zu töten, weil viele Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Johannesevangelium berichtet zu Beginn der Leidensgeschichte Jesu vom Mahl in Betanien im Haus von Marta, Maria und Lazarus, einer eng mit Jesus befreundeten Familie. In diesen Tagen der harten Auseinandersetzung mit den Pharisäern und Priestern wurde das Haus dieser Freunde für ihn ein Ort der Erholung und Entspannung. Es fehlten - wie für uns heute - noch sechs Tage bis zum Paschafest, und Jesus war wieder bei ihnen zum Essen. Auch Lazarus war dabei, dem Jesus kurz vorher das Leben wiedergeschenkt hatte. Plötzlich steht Maria beim Abendessen auf, geht zu Jesus hin und kniet vor seinen Füßen nieder, um sie mit kostbarem Nardenöl zu salben und dann mit ihrem Haar abzutrocknen. Das Haus wird von wohlriechendem Duft erfüllt. Es ist eine Geste, die den Duft der Dankbarkeit verbreitet. Judas ist ganz anderer Meinung. Diese so liebevolle Geste ist für ihn nur sinnlose Verschwendung. Der Evangelist merkt an, dass er dies nicht aus Interesse an den Armen sagt, sondern weil er am Geld oder besser am eigenen Gewinn interessiert ist. Die Habgier nach eigenem Besitz hat ihn blind gemacht. Jesus antwortet Judas sofort und sagt: „Lass sie". Er möchte, dass Maria diese Geste der Liebe fortsetzt, denn diese Salbung nahm das Öl vorweg, mit dem sein Leib in Kürze vor dem Begräbnis gesalbt werden sollte. Und er fügt hinzu: „Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer." Tatsächlich sollte kurz darauf sein Kreuzweg zum Tod beginnen. Als Einzige unter allen Anwesenden hatte Maria verstanden, dass Jesus dem Tod nahe war und deshalb wie jeder Sterbende Zuneigung und besondere Nähe brauchte. Diese so zärtliche und liebevolle Zuwendung, die aus einfachen und konkreten Gesten besteht, ist ein Symbol für den Heilsweg: Wenn wir den Armen, Schwachen und alten Menschen nahe sind, leben wir ganz in der Nähe Jesu. In diesem Sinn sagt Jesus: „Die Armen habt ihr immer bei euch". Sie könnten uns sagen, wie sehr sie den Duft der Freundschaft und Zuneigung brauchen. Selig sind wir - und auch sie - wenn wir die Zärtlichkeit und den Wagemut Marias besitzen!