Gedenken an die Kirche

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Gedenken an die Heiligen Addai und Mari, die Gründer der chaldäischen Kirche. Gebet für die Christen im Irak.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Apostelgeschichte 22,30; 23,6-11

Weil er genau wissen wollte, was die Juden ihm vorwarfen, ließ er ihn am nächsten Tag aus dem Gefängnis holen und befahl, die Hohepriester und der ganze Hohe Rat sollten sich versammeln. Und er ließ Paulus hinunterführen und ihnen gegenüberstellen. Da Paulus aber wusste, dass der eine Teil zu den Sadduzäern, der andere zu den Pharisäern gehörte, rief er vor dem Hohen Rat aus: Brüder, ich bin Pharisäer und ein Sohn von Pharisäern; wegen der Hoffnung und wegen der Auferstehung der Toten stehe ich vor Gericht. Als er das sagte, brach ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern aus und die Versammlung spaltete sich. Die Sadduzäer behaupten nämlich, es gebe weder Auferstehung noch Engel noch Geist, die Pharisäer dagegen bekennen sich zu alldem. Es erhob sich ein lautes Geschrei und einige Schriftgelehrte aus dem Kreis der Pharisäer standen auf und verfochten ihre Ansicht. Sie sagten: Wir finden nichts Schlimmes an diesem Menschen. Vielleicht hat doch ein Geist oder ein Engel zu ihm gesprochen. Als aber der Streit heftig wurde, befürchtete der Oberst, sie könnten Paulus zerreißen. Daher ließ er die Wachtruppe herabkommen, ihn mit Gewalt aus ihrer Mitte herausholen und in die Kaserne bringen. In der folgenden Nacht aber trat der Herr zu Paulus und sagte: Hab Mut! Denn so wie du in Jerusalem meine Sache bezeugt hast, sollst du auch in Rom Zeugnis ablegen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus wird von seinen Ketten befreit und vor den Hohen Rat geführt, damit geklärt werden kann, was ihm vorgeworfen wird. Der Apostel schaut alle „mit festem Blick" an und wendet sich in der Gewissheit, dass der Herr ihm hilft, an die Mitglieder des Hohen Rates, die er als „Brüder" anspricht. Damit will er zeigen, dass er ein echter Jude ist und dass die Christen wirklich Erben des Judentums sind. Er versucht das zusammenzufassen, was er schon in seiner Verteidigungsrede (Apg 22,1-21) gesagt hat, und unterstreicht dabei, dass er sein Leben „mit völlig reinem Gewissen" vor Gott geführt hat. Der Hohepriester fasst diese Antwort als Frechheit auf und befiehlt, ihm auf den Mund zu schlagen. So wiederholt er fast buchstäblich das, was im Prozess gegen Jesus geschah. Paulus kannte die unterschiedlichen Sichtweisen von Sadduzäern und Pharisäern aus eigener Erfahrung und löst unter ihnen einen Streit um seinen Glauben an die Auferstehung von den Toten aus. Seine Argumentation führt zu einem Tumult zwischen den beiden Gruppierungen und geht so weit, dass einige der Anwesenden zugunsten des Paulus das sagen, was auch über Jesus gesagt worden war: „Wir finden nichts Schlimmes an diesem Menschen." Als sich der Streit verschärft, lässt der Oberst Paulus ins Gefängnis zurückbringen, da er befürchtet, der Apostel könne gelyncht werden. In der folgenden Nacht hört Paulus, dass der Herr zu ihm kommt und ihm den Auftrag erteilt, das Evangelium auch in Rom zu verkünden: „Hab Mut! Denn so wie du in Jerusalem meine Sache bezeugt hast, sollst du auch in Rom Zeugnis ablegen." Der Weg des Paulus ist nun klar vorgezeichnet: „Du sollst" auch in Rom Zeugnis ablegen, sagt Jesus zu ihm. Die Juden diskutieren weiter untereinander und bleiben in ihren Streitigkeiten gefangen. Der Apostel hingegen hat vom Herrn ein Wort über die Zukunft erhalten, die ihn erwartet, dass er nämlich von Jerusalem nach Rom gelangen soll. Dieser Hinweis ist wertvoll für alle, die Gefahr laufen, sich bei internen Diskussionen aufzuhalten und dabei den Blick für den Gehorsam gegenüber dem immer neuen Wort des Herrn zu verlieren.